Sie schauderte, als sie sich diese ungeheure Zahl ins Gedächtnis zurückrief, und doch, was bedeutete sie gegenüber der Entfernung jener Fixsterne dort oben? So gut wie nichts! Die schienen weder näher noch ferner gerückt.
Aus diesen Gedanken wurde sie durch einen Schatten emporgeschreckt, der den Schein des Feuers verdunkelte.
Dort flatterte ein Vogel mit kaum hörbarem Flügelschlag. Er umkreiste die Flammen, näherte und entfernte sich, flog auf und schwebte wieder herab.
„Ein Adler,“ dachte die Lady, die ungeheure Spannweite seiner Flügel mit den Blicken messend.
Aber merkwürdig genug erschienen diese Fittiche: Das war kein Gefieder, auch keine Fledermausflügel waren es, diese dünnen, buntgefleckten Segel mit dem breiten, scharfumrissenen Rand.
Mietje schüttelte den Kopf: „Wäre nicht seine ungeheure Größe, man könnte diesen Vogel für eine Motte, einen Nachtfalter halten,“ sprach sie halblaut vor sich hin.
Da gesellten sich zu dem ersten ein zweiter und ein dritter. Lautlos umkreisten sie das Feuer, dessen Lohe von dem Luftzug ihres Flügelschlags gepeitscht, niederduckte, um gleich darauf um so lebhafter emporzuzüngeln.
Jetzt kam einer dieser unheimlichen Vögel ganz nahe an der jungen Frau vorbei. Er hatte einen eigentümlichen dicken Kopf mit einem Elefantenrüssel von dem Umfang eines Spritzenschlauchs, zwei runde walnußgroße Glotzaugen, zwischen denen sich zwei Wedel bewegten, gleich riesigen Fühlern. Der Leib war zylinderförmig und stark behaart; starr wie Igelstacheln standen die Haare empor, das Merkwürdigste aber waren die sechs dünnen Beine, die das seltsame Geschöpf an den Leib gezogen hielt.
Mietje faßte ein Grauen vor diesen Ungeheuern und sie riß ein brennendes Scheit aus dem Feuer, um sie abwehren zu können, wenn sie sich ihr nähern sollten.
Sie sollte auch alsbald in die Lage kommen, sich gegen einen Angriff zu verteidigen; denn einer der Vögel flog geradewegs auf sie zu.