„Wenn uns nur die Luft solange vorhält,“ meinte Mietje bedenklich.
„Wenn es richtig ist, was der Professor ausrechnet, daß wir in fünf Wochen, oder sagen wir auch in zehn, zu den Fixsternen gelangen, so wird, wenn keine besonderen Umstände eintreten, unser Sauerstoffvorrat reichen,“ beruhigte sie der Lord. „Wenn wir dann nur vom Kometen loskommen und auf einem wohnlichen Stern mit gesunder Luft zu landen vermögen.“
„Hurrah! Es geht zu den Fixsternen!“ rief Heinz begeistert. „Das hätte ich mir doch nie träumen lassen.“
„Ja, wir reisen in Gottes Wunderwelt,“ bemerkte Flitmore nachdenklich. „Nun denn! Hat uns nicht der Schöpfer seinen Boten aus der Unendlichkeit gesandt, uns in’s Schlepptau zu nehmen? Vertrauen wir ihm, daß er uns behütet auf einer Fahrt, wie sie noch kein menschliches Wesen gemacht oder auch nur für denkbar gehalten hat.“
Schultze entnahm dem Bücherschrank einen dicken Band und sagte:
„Hier haben Sie ein Werk, edler Lord, das uns wenig Vertrauen zu unsrer Reise machen dürfte, falls sein Verfasser recht behielte.“
Flitmore warf einen Blick auf das Buch und zuckte die Achseln: „Die Weltmaschine von Karl Snyder, ja, ja! Das ist so einer von den kleinen Geistern mit engbeschränktem Horizont, die da glauben, mit ihrem Gehirnchen das Weltall zu umfassen. Ich denke aber, wir wollen unser Vertrauen doch lieber auf Gott setzen und nicht auf Herrn Karl Snyder.“
„Was behauptet denn dieser Mann der Wissenschaft?“ fragte Münchhausen neugierig.
„Einen Mann der Wissenschaft wollen wir ihn doch lieber nicht nennen,“ meinte Schultze lachend: „Er schreibt zwar mit gewaltigem Pathos über die Wissenschaft und prahlt mit ihr, schwebt aber selber doch zu sehr im Nebel seiner Phantasien, als daß er einen festen wissenschaftlichen Boden für seine Füße gewänne. Mit einem Wort, er urteilt aus materialistischer Voreingenommenheit heraus; es steht ihm von vornherein fest, daß es keinen Schöpfer gibt und die göttliche Offenbarung Fabel sei, und so versetzt er dem Christenglauben ohne irgendwelchen Anlaß und vollends ohne irgendwelche stichhaltige Begründung Fußtritt auf Fußtritt, wie ein ungezogener Knabe.“
„Erlauben Sie,“ unterbrach der Lord den Sprechenden und nahm ihm das Buch aus der Hand. „Ich will Ihnen so eine bei den Haaren herbeigezogene Bemerkung vorlesen, die das von unserm Professor Gesagte gut illustriert.“