Münchhausen folgte ihnen auf dem Fuß und drohte mit einem Stock zu Bobs hinauf, der die Zähne fletschte und höhnisch grinste, als wollte er sagen: „Na, Dicker! Du drohst umsonst: bei deiner Leibesfülle wirst du’s wohl bleiben lassen, mir nachklettern zu wollen.“

Dieser sichtliche Hohn mußte natürlich den Kapitän ärgern.

„Warte, du Spötter!“ rief er und ergriff das Gestell eines Spiritusbrenners, daß er mit solcher Gewandtheit emporschleuderte, daß die drei Eisenfüße sich schmerzhaft in des Schimpansen schutzlosen Leib einbohrten. Es gab zwar keine Wunde, aber es tat weh!

Bobs kreischte laut auf; er fand das rücksichtslos und anmaßend von einem Menschen, der gar nicht sein Herr war und weder Klavier noch Posaune spielte. Er sann auf Rache.

Da stand ein großer Kolben neben ihm. Er hätte ihn auf den Attentäter werfen können; aber so plump handelte Bobs auch nicht in berechtigter Erregung. Er riß den Glasstöpsel heraus, erfaßte die dicke Flasche und goß ihren Inhalt auf den Untenstehenden herab, der sich eben niederbeugte, um ein neues Wurfgeschoß aufzulesen.

„Zu Hilfe, zu Hilfe! Das Untier mordet mich! Bobs überschüttet mich mit Vitriol; er verbrennt mir meinen schutzlosen Schädel!“ schrie der Begossene.

Erschreckt eilte Heinz herbei: er glaubte schon den Kapitän in jämmerlich verbranntem Zustand zu finden, vielleicht des Augenlichts beraubt, denn es befanden sich tatsächlich mehrere Kolben mit Schwefelsäure auf den Regalen.

Ein Blick auf Münchhausens triefenden Schädel jedoch beruhigte ihn sofort; auch sagte ihm seine für chemische Dünste geschärfte Nase alsbald, daß es sich lediglich um Weingeist handelte, der allerdings auf der Kopfhaut ordentlich brennen mochte, namentlich auch infolge seiner starken Verdunstung ein Kältegefühl erzeugend, das, zumal wenn noch Schreck und Einbildung dazu kamen, als fürchterliche Verbrennung empfunden werden konnte.

„Beruhigen Sie sich, Kapitän,“ rief Heinz dem Geängstigten zu: „es ist glücklicherweise bloß Spiritus.“

„Ich pfeife auf Ihren Spiritus! Vitriol ist’s oder irgend eine andre Säure, die mich meines kostbaren Haarschmucks vollends beraubt, falls sie mir nicht den ganzen Skalp vom Schädel wegätzt.“