John allein blieb im Innersten ganz ruhig und vergnügt, weil er nicht so klar sah und meinte, sein Herr wisse wohl, wo er hinfahre und wo er landen werde.
Inzwischen sparte Flitmore die Sauerstoffvorräte so viel als möglich, um die Endkatastrophe so weit hinauszuschieben, als es nur immer anging. Die Folge davon bekamen alle zu spüren: es war eine schlechte, sauerstoffarme Luft, die ihre Lungen bedrückte und auch der Stimmung sehr wenig zuträglich war.
Wahrhaftig! So mußte es den Unseligen zumute sein, die in einem Unterseeboot eingeschlossen waren, durch einen Unfall verhindert, an die Meeresoberfläche zurückzusteigen und dem langsamen Erstickungstod ins Auge sehend!
Mit allerlei Arbeiten, mit Unterhaltung, Konzerten und Lesen guter Bücher wurde die Zeit verbracht; aber immer wieder schweiften die Gedanken ab, gefangen von der bangen Frage: was wird aus uns werden?
Schultze beobachtete immer wieder den Sternhimmel und stellte Berechnungen an, eine Arbeit, die ihm, wenn auch wenig Trost, so doch einige Ablenkung gewährte.
„Wir fahren auf das Sternbild des Centauren zu,“ sagte er eines Tages nach Abschluß einiger Beobachtungen und Berechnungen, „und zwar direkt auf den Stern Alpha Centauri, der dem irdischen Sonnensystem, so viel man bis jetzt weiß, der nächste ist. Die Annäherung läßt sich schon mit bloßem Auge wahrnehmen: Alpha Centauri ist deutlich als Doppelstern erkennbar; mehrere Sternbilder sehen schon wesentlich anders aus, als sie sich von der Erde aus ausnehmen, und einige Sterne gewinnen an Größe und Lichtstärke ganz sichtlich.“
„Es ist für uns von großem Interesse, wenigstens die Richtung unserer Fahrt kennen zu lernen,“ meinte Flitmore: „Aber haben Sie auch die Aberration in Betracht gezogen?“
„Ich habe daran gedacht, aber in diesem Falle kann eine Aberration gar nicht stattfinden, da die Sannah sich direkt nach dem Sterne Alpha bewegt.“
„Was ist denn das, wenn ich mir zu fragen die Erlaubnis herausnehmen darf, die Aperition?“ frug John.
„Da die Erde sich mit ungeheurer Geschwindigkeit durch den Weltraum bewegt,“ erklärte der Professor, „so ändert sich der Standpunkt des Beobachters mit der Erde fortwährend. Richtet man nun ein Fernrohr auf einen Stern, so braucht der Lichtstrahl, der das äußerste Ende des Teleskops, das Objektiv, trifft, einige Zeit, um bis zum untern Ende, dem Okular, zu gelangen.