„Viel mehr als luftiges Gas wird meine Leibeshülle zur Zeit nicht enthalten,“ behauptete der Schalk: „Wenigstens fühle ich mich ganz leer und ausgehungert, obgleich es eine Schande ist, dies zu gestehen angesichts dieser paradiesischen Landschaft. Jedenfalls werde ich ihren ganzen Zauber erst dann voll zu würdigen verstehen, wenn ein ordentliches Frühstück mir den nötigen Halt gegeben haben wird. He, John! Du hast doch die Eßvorräte nicht vergessen.“
„Nein, wertester Herr von Kapitän,“ beeilte sich dieser zu versichern: „Wie könnte ich mir gestatten dürfen, solcher Pflichtvergessenheit mich schuldig machen zu können: schon habe ich allbereits den Semaphor angesteckt.“
Dabei wies er auf den dickbauchigen Samowar, die russische Teekochmaschine.
„Semaphor ist wieder gut!“ lachte Schultze: „Du bist doch ein urgelungener Kerl, John. Ein Semaphor ist nämlich ein Zeichentelegraph und ein Samowar nicht ganz genau dasselbe.“
„Ach, Herr Professor,“ entschuldigte sich Rieger: „Diese chinesischen Ausdrücke kann ich sozusagen nicht genau behalten, weil die chinesische Sprache in meiner Schule nicht gelernt wurde und Sie verstehen ja schon, ob ich nun Semaphor oder Samopher sage, was ja ziemlich einerlei klingt.“
Der gebildete Diener wußte nämlich, daß der Tee aus China stammt und glaubte daher, der fremdartige Name der Teemaschine müsse chinesisch sein.
„Er hat gar nicht so unrecht mit dem Semaphor,“ nahm ihn der Kapitän in Schutz: „Die aufsteigenden Dämpfe des biedern Kessels sind wahrhaftig telegraphische Zeichen, die von ferne einen köstlichen Labetrank ankündigen.“
Bald saßen alle mit dampfenden Teetassen und kräftiger Zuspeise zur Hand da, obgleich sie außer dem Kapitän vor lauter Entzücken über die Wunder ihrer Umgebung kaum ein leibliches Bedürfnis verspürten.
Das Auge mußte aber auch trunken sein von der Pracht und Lieblichkeit, die ihm hier in unendlicher Mannigfaltigkeit entgegenstrahlte.
Da war zunächst die Flur, auf deren weichem Teppich man lagerte.