Nun half Mietje John und Heinz Früchte einsammeln für das Nachtessen, denn an solchen fehlte es nicht in der Nähe, und die verschiedenen Grogfrüchte sollten den warmen Tee vorteilhaft ersetzen.

Es dämmerte, als man sich zum Imbiß lagerte.

„Nun,“ sagte Münchhausen, „Sie meinten, wir würden drei Tage brauchen, um die Ebene zu erreichen, verehrtes Professorchen! Wir haben sie nicht nur erreicht, sondern schon ein gutes Stück durchwandert am ersten Marschtage.“

„Kunststück!“ meinte Schultze. „Ich dachte an eine irdische Fußwanderung, Schritt für Schritt; nachdem aber Sie, erfindungsreicher Seebär, uns als lebendiger Luftballon die geniale Kunst der Hüpf- und Schwebereise vorgemacht und beigebracht haben, hätten wir noch viel weiter kommen können, wenn wir uns nicht so viel unterwegs aufgehalten hätten. Auch ist die Länge des Tags in Betracht zu ziehen, der, wie ich hiemit feststelle, vom Aufgang der ersten bis zum Untergang der zweiten Sonne volle 27 Stunden gedauert hat!“

„Merkwürdig, daß wir uns so gar nicht müde fühlen,“ bemerkte Mietje, „nach einem so langen und ereignisreichen Tag. Ich wenigstens fühle keine Spur von Ruhe- oder Schlafbedürfnis.“

„So scheint es uns allen zu gehen,“ meinte der Lord. „Ich glaube, wir haben uns eben schon der Eigentümlichkeit des Planeten angepaßt; dazu mag uns die köstliche Luft und die erfrischende, belebende Kraft der Früchte geholfen haben; wir werden wohl hier dauernd weit leistungsfähiger sein als auf der Erde, entsprechend den doppelt so langen Tagen.“

„Brauchen wir gar nicht,“ warf der Kapitän ein, „wozu solch’ kolossale Leistungsfähigkeit, da einen hier alles so gar nicht anstrengt noch ermüdet?“

„Ich habe nur eine Sorge,“ sagte Heinz. „Wie werden wir die lange Nacht herumbringen, die doch von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang 23 Stunden währt, wenn wir so gar nicht müde sind?“

„Wir legen uns eben erst schlafen, wenn wir das Bedürfnis dazu fühlen,“ schlug Mietje vor.

„Einverstanden!“ stimmte der Professor zu. „Wir pflegen der Unterhaltung und studieren die Wunder der Nächte Edens, bis es uns Zeit scheint zur Ruhe zu gehen.“