Lautes Bravo und stürmisches Beifallsklatschen belohnten seine gelungensten Sprünge.
Die Glanznummer der Vorstellung aber bildete ein Kunststück, das er zum Schlusse noch vorführte, und zwar ganz gegen seine Absicht, es stand durchaus nicht in seinem Programm!
Er hatte sich hinter einem gewaltigen Mammutbullen aufgestellt und schnellte empor, um den Riesen in seiner ganzen Länge zu überspringen.
Nun fiel es aber im selben Augenblick dem Mammut ein, seinerseits einen Luftsprung zu machen, und so kam es, daß Münchhausen mitten in seiner Luftreise auf den Rücken des emporsegelnden Tieres zu stehen kam.
Eine Sekunde lang ritt er so als echter Kunstreiter stehend durch die Luft; doch hatten seine Füße keinen festen Halt, er schwankte und wäre kopfüber hinabgestürzt, hätte er nicht die Geistesgegenwart gehabt, die kurzen Beine auszuspreizen, sodaß er alsbald rittlings auf dem seltenen Reittier saß.
Es war ein großartiges Bild! Der Lord versäumte nicht, es auf einer photographischen Platte zu verewigen.
„Ein Koloß auf dem andern!“ jubelte Schultze.
John und Heinz hielten in der Arbeit inne, um das unvergleichliche Schauspiel mitzugenießen.
Stolz um sich blickend, als habe er einen Drachen gebändigt und mit kühner Absicht zu einer Luftfahrt bestiegen, so saß der Kapitän oben auf dem kolossalen Dickhäuter, einer Kugel gleich, die kurzen Beine wagrecht ausgestreckt, da er mit ihnen den breiten Rücken des Ungetüms nicht umklammern konnte.
Jetzt landete Freund Mammut und mit einer Gewandtheit, die ihm niemand zugetraut hätte, sprang Münchhausen auf die Beine und setzte mit elegantem Schwunge von der Höhe herab auf den Erdboden. Jubel und Lachen und nicht endenwollendes Beifallklatschen empfingen ihn nach solchem Bravourstück, so daß das Mammut sich verwundert umsah und die Mähne schüttelte, es mochte denken: „Bei denen ist es auch nicht mehr ganz richtig im Oberstübchen!“