Schultze sprang auf und rieb sich die Augen; wie ein Nebelstreif vom Winde entführt verschwand die lichte Erscheinung; aber er wachte doch! War das wirklich ein Traumbild gewesen?
„Na, mein Lieber, was starren Sie egal ins Gebüsch?“ fragte der Kapitän, der sich bereits aufgetakelt hatte. „Sehen Sie eine Schlange oder ein Gespenst?“
„Ich sehe nichts,“ erwiderte der Professor, sich dem Freunde zuwendend, „wohl aber habe ich etwas gesehen; gespenstisch sah es nicht aus, eher eine kleine Schlange, aber eine ganz reizende, sage ich Ihnen!“
„Was will das heißen unter den Wundern Edens,“ lachte Münchhausen; „Sie tun gerade, als hätten wir noch nichts Wunderbares und Reizendes erblickt!“
Schultze schwieg; er war doch zu unsicher, ob er nicht alles geträumt habe. Das würde sich ja wohl noch zeigen.
Bald war alles munter. Rasch nahm man ein Frühstück ein von den köstlichen Früchten Edens; alle brannten vor Begierde, die Entdeckungsreise fortzusetzen und vielleicht noch größere Wunder, etwa gar menschliche Spuren zu entdecken, das heißt Zeugnisse für das Vorhandensein vernünftiger Wesen; denn wie sollte ein solches Paradies seine Bestimmung erfüllen, wenn es nicht von solchen bewohnt war?
Jeder hängte seine Tasche um, die sein Zelt mit den zerlegbaren Aluminiumstäben und einige Vorräte und nützliche Gegenstände enthielt, und nun wurde das Gebüsch durchschritten, das den Lagerplatz umsäumte und in dem die liebliche Erscheinung verschwunden war, die den Professor beglückt hatte, von der er aber kein Wörtlein mehr verriet.
Als das Gebüsch durchschritten war, sahen die Wanderer, daß sie sich auf einer Hochebene befanden, deren Rande sie sich näherten.
Was aber ihre Schritte hemmte und ihre Blicke fesselte, war der Anblick zweier menschlicher Wesen, die sich in emsiger Tätigkeit befanden.