Zuerst tauchte ein herziges Gesichtchen zwischen dem glitzernden Blattwerk des nahen Gebüsches auf, halb schelmisch, halb scheu vorlugend.

Dann teilte sich das Blattwerk mit kaum hörbarem Rascheln und die ganze Gestalt schlüpfte heraus, sich über der Erde wiegend, ohne sie je zu berühren.

Die Erscheinung glich nach Größe, Gestalt und jugendlichem Aussehen einem sechzehnjährigen Mädchen, aber von einer Zartheit der Formen und Durchsichtigkeit der Haut, die das vollkommenste irdische Geschöpf plump und grob erscheinen lassen mußten.

Das Gesicht war von unbeschreiblicher Anmut und Vollkommenheit, und die großen Augen leuchteten in einem Blau, das auf Erden seinesgleichen nicht hatte.

Der duftige Hauch des rosigen Mondes schien die weiße Blütenhaut zu durchschimmern, und die durchsichtigen Blättchen der Heidenrose erreichten diese lebensvolle Zartheit der Färbung nicht.

Goldleuchtendes Haar, feiner als Seide, wallte von dem blühenden Haupte herab und rahmte das feine Oval des Gesichtchens ein.

Ein luftiges, anschmiegendes Gewand, wie aus Nebel gewoben, floß von den Schultern hernieder und umwogte die zierliche Gestalt in wunderbar grünem Schimmer.

Langsam näherte sich dieses Feenkind eines Märchentraumes, wich öfters wieder zurück, wie ein schüchternes Mägdlein wohl tut; zuletzt aber schwebte es ganz heran und beugte sich über den Professor herab, dem ganz wunderlich zumute wurde.

Er riß die Augen plötzlich weit auf. Da erschrak das reizende Elfchen und flog ins Gebüsch zurück gleich einem Meteor so geschwind.

Und die Zweige rauschten und klirrten und Vögel schwirrten auf.