„Ihr glaubt also, wie wir, an ein ewiges Leben?“ fragte Flitmore.
Gabokol sah ihn verwundert an: „Natürlich!“ sagte er: „Was hätte es für einen Sinn, wenn das Leben mit dem Tode aus wäre?“
„Nun, ihr habt doch sicher auch in diesem Leben eine Aufgabe zu erfüllen,“ meinte Schultze.
„Gewiß! Sehr viele! Arbeit gibt es genug an uns und andern, für uns und für andere; denn wir müssen doch immer besser werden und unsern Planeten immer besser machen. Wollten wir zum Beispiel an der Verbesserung unserer Weltkugel nicht ernstlich und fleißig arbeiten, so müßten unsere Nachkommen bald zum Teil verhungern: bis jetzt ist nämlich nur ein Streifen rings um den Planeten fruchtbar und bewohnt; alles andere ist Wüste, es fehlt an Pflanzen und Erde.
Unsere Hauptarbeit besteht nun darin, das nackte Gestein zu zermahlen, es mit pflanzlichen Stoffen und chemischen Bestandteilen zu mengen und so eine gute Erde herzustellen, mit der wir kahle Flächen bedecken, die dann eingesät werden und Urwälder und Prärien bilden, welche zunächst von der Tierwelt in Beschlag genommen werden können, bis sich später die Bevölkerung ausdehnt.
Nächst unseren häuslichen Arbeiten, der Herstellung von Verkehrsmitteln und dem Landbau, beteiligt sich jedermann auch an dieser Riesenarbeit, künftigen Geschlechtern ihre Wohnsitze zu schaffen.“
„Nun also,“ sagte der Professor: „So könntet ihr ja sagen, das ist der Zweck unseres Lebens, unsern Nachkommen den Boden zu bereiten, und in ihnen leben wir fort. Ähnlich sprechen so manche auf Erden, die an kein Fortleben nach dem Tode glauben wollen.“
„Und diese Nachkommen?“ fragte Bleodila: „Sie würden auch einige hundert Jahre sich des Errungenen erfreuen und ihrerseits für die Kommenden vorarbeiten, um dann ins ewige Nichts zu versinken, und so ginge es fort, bis der Planet tot wäre mit allen, die je auf ihm gestrebt und gewirkt? Und dann? Dann wäre es völlig einerlei, ob je hier vernünftige Wesen gelebt und gearbeitet haben oder nicht!“
„Ja,“ stimmte die kleine Heliastra der Mutter bei. „Wenn mit dem Tode alles aus wäre, so wäre zuletzt unser ganzes Leben zwecklos und sinnlos, wir wären das Puppenspiel eines unverständigen Schöpfers; aber gottlob, die Macht, die uns erschaffen hat und erhält, ist Weisheit und Liebe; darum allein können wir uns des Lebens freuen und auch dem Ende getrost und fröhlich entgegensehen.“
„Und was erhofft ihr vom Ende?“ fragte Heinz.