So begaben sich alle einträchtig hinab in das Tal.
Der Versammlungsraum befand sich am äußersten Ende der Stadt, das heißt, es war das nächste Gebäude und war vor allen andern durch seine Höhe, Ausdehnung und Herrlichkeit ausgezeichnet. Statt der rauhen Felswände, wie die meisten Wohngebäude sie aufwiesen, sah man hier glänzend polierten Marmor und Säulen von durchsichtigen Edelsteinen, die meist von den Monden Edens herabgeholt worden waren, wie Gabokol erklärte.
Die ganze Einwohnerschaft der Stadt versammelte sich hier: würdige Greise mit edlen Zügen, trotz ihres oft vielhundertjährigen Alters runzellos und von vollendeter Schönheit, Männer, Frauen, Jünglinge, Jungfrauen, Knaben und Mädchen, ja ganz kleine Kinder schwebten herein und alle leuchteten in verklärter Freude.
Das Erscheinen der Fremdlinge von einem entfernten Planeten erregte Aufsehen, namentlich bei der Jugend; doch selbst die kleinsten Kinder zeigten keine aufdringliche Neugier.
Immerhin waren zu Anfang Tausende von Blicken auf die Ankömmlinge gerichtet; denn alle hatten zwar schon von den seltsamen Gästen gehört, aber nur ganz wenige hatten sie geschaut bei zufälligen Begegnungen auf deren einsamen Spaziergängen, und Besuche im Hause Gabokols hatte man aus zarter Rücksicht in den letzten Tagen absichtlich vermieden, um abzuwarten, bis die irdischen Besucher selber den Anfang machten, sich unter den Leuten zu zeigen.
Sobald jedoch der Priester in den Altar trat, erfüllte ungeteilte Andacht alle Gemüter und nun erscholl tausendstimmiger Gesang von einer Reinheit und Musik, daß es unsren Freunden war, als hörten sie das Lob der himmlischen Heerscharen.
Dann wurde ein gemeinsames Gebet gesprochen, worauf der Priester von der Herrlichkeit und Güte des Schöpfers redete und von dem Dank und den Pflichten seiner Geschöpfe.
Noch mehrmals erscholl der Orgel- und Glockenton der überwältigenden Gesänge.
Heinz konnte sich nicht versagen, ein Loblied, das ihm besonders gefiel, in deutschen Versen niederzuschreiben. Seine allerdings schwache Übersetzung, die in unserer viel ärmeren Sprache weder der Gedankenkraft noch der Klangfülle des Urtextes gerecht werden konnte, lautete folgendermaßen:
Gott, Du Herr der Ewigkeiten,