Flitmore dagegen wies darauf hin, daß die Strahlen meist erst in einiger Entfernung von den Kraterwällen begannen und dann über Ebenen, Krater, Berge und Täler ununterbrochen hinwegliefen, um dann plötzlich am Fuße irgendeiner Erhebung zu enden oder sich allmählich in einer Ebene zu verlieren. Das stimmte doch nicht recht zu der Theorie der Lavaströme.
Dagegen erkannten beide Forscher deutlich das Wesen der rätselhaften Rillen, die teils gerade, teils gekrümmt, bald vereinzelt, bald sich verzweigend oder einander schneidend, sich in den Ebenen und um die Berge herum zeigten, manchmal auch einen Berg durchbrechend. Sie erwiesen sich als mehr oder weniger breite klaffende Sprünge in der Mondoberfläche.
Mondandschaft.
Mehr als einmal wurden auch Neubildungen auf dem Monde beobachtet, und unsere Freunde hatten das Glück, eine solche unter ihren Augen entstehen zu sehen: in der großen Ebene des Mare imbrium tat sich auf einmal der Boden auf, Rauch und Glut brach hervor und es bildete sich binnen weniger Minuten ein Krater, von dem aus ein Schlamm- oder Lavastrom sich in die Umgebung ergoß.
„Schade, daß die Astronomen auf der Erde den neuen Vulkan nicht sehen können,“ meinte Flitmore bedauernd: „Er ist zu klein für ihre Instrumente.“
„Wir haben den Vorgang beobachtet, das genügt!“ triumphierte Schultze.
„Ja,“ mischte sich Heinz darein; „Falls wir je wieder die Erde erreichen und Kunde von diesem Vorgang dorthin bringen können.“
„Damit wäre ein alter Streit entschieden,“ sagte der Professor, „wenn man uns nämlich Glauben schenkt, was immerhin sehr zweifelhaft bleibt.“
„Was für merkwürdige Farben!“ bemerkte nun Lady Flitmore und wies auf die Gegend des Oceanus procellarum hin.