Der Rest des Tages, sowie die beiden folgenden Tage wurden der Besichtigung der hochinteressanten Ansiedelung gewidmet.
Noch am Tage ihrer Ankunft wurden unsere Freunde dem Könige auf dessen Wunsch vorgestellt.
Er empfing sie mit der gleichen Herzlichkeit und Einfachheit, wie es jeder Bürger des Landes tat.
Besonders erfreut waren die Gelehrten der Hochschule, die Erdenbewohner kennen zu lernen, und unsere Freunde hatten tausend Fragen zu beantworten, wobei ihnen stets versichert wurde, welchen Dank man ihnen schulde, da sie die Wissenschaft der Edeniten in ungeahntem Maße bereicherten.
Als Heinz seinen Vortrag hielt, konnte der größte Raum der Hauptstadt die Zuhörer nicht fassen, und er mußte seine Ausführungen noch dreimal wiederholen, um nach und nach die Mehrzahl der Wißbegierigen zu befriedigen.
Die Gelehrten versicherten, daß ihnen ein neues Licht für ihre Sprachforschungen aufgegangen sei, und Schultze mußte bei sich denken, daß hier oben neue Wahrheiten offenbar nicht unter dem Hohn und leidenschaftlichen Widerspruch von Fachgelehrten zu leiden hatten, deren Eitelkeit nicht zugeben will, daß ihre bisherigen Forschungsergebnisse falsch waren.
Besonders interessant war unsern Freunden ein Besuch der Sternwarte. Die Edeniten besaßen auch Fernrohre, die jedoch auf ganz anderen Prinzipien beruhten als die irdischen und ihnen eine ungleich bessere Kenntnis der Sternenwelt ermöglichten.
Freilich verdankten sie letzteres hauptsächlich der wunderbaren Einrichtung ihrer Augen, konnten sie doch schon mit bloßem Auge Welten erkennen, die unsern Fernrohren und selbst der photographischen Platte ewig verborgen bleiben.
Die Astronomen waren höchlichst erstaunt, zu vernehmen, daß die Erdenmenschen kaum 2000 Sterne mit unbewaffnetem Auge zu erkennen vermochten und daß der Sternkatalog, den Hipparch vor 2100 Jahren entwarf, nur 1080 Sterne enthielt, obgleich er alle einigermaßen hellen Sterne verzeichnete.
Schultze berichtete ihnen weiter, daß Argelander mittels des Fernrohrs etwa 360000 Sterne bestimmte und in seinem Katalog verzeichnete, eine Arbeit, der er fast sein ganzes langes Leben widmete, und daß man gegenwärtig an der Arbeit sei, auf photographischem Wege eine Mappierung der Sterne vorzunehmen, die noch etwa hundert Erdenjahre in Anspruch nehmen dürfte und die über 20 Millionen Sterne enthalten werde, von denen drei Millionen ihrer Lage nach auf den Platten ausgemessen werden sollen.