Von lebenden Wesen war nichts zu entdecken und Schultze sprach die Vermutung aus, daß eine Tier- und Vogelwelt jedenfalls vorhanden sein dürfte, allein wahrscheinlich nur in einer geringen Anzahl von Exemplaren von bescheidenster Größe, so daß auf solche Entfernung nichts davon zu erkennen sei.
Wolkenbildungen schienen auch auf dieser Seite des Mondes überhaupt nicht vorzukommen, was bei dem Mangel an bedeutenderen Wasserflächen nicht gerade verwunderlich war. Dagegen stiegen da und dort Nebelschleier auf, die dazu dienen mochten, das Land zu befeuchten und die Quellen zu speisen.
Leider war der größte Teil der Mondscheibe auf dieser Seite in Nacht gehüllt, so daß es unbekannt blieb, ob nicht noch unbekannte Wunder, vielleicht gar Spuren menschenähnlicher Geschöpfe in den verborgenen Gegenden zu schauen gewesen wären.
„Einen langen Tag und eine lange Nacht haben die etwaigen Mondbewohner,“ sagte Schultze. „Sie währen 14¾ unsrer Erdentage; um so kürzer ist ihr Jahr, denn es dauert eben nur einen Tag und eine Nacht, im ganzen 29½ Erdentage.
Auf dieser Seite des Mondes wird die Erde niemals geschaut, während sie auf der andern, jedenfalls unbelebten und unbewohnbaren Seite des Mondes unbeweglich am Himmel steht, ohne jemals auf- oder unterzugehen oder ihre Lage zu verändern. Sie erscheint dreizehnmal größer als uns auf Erden der Mond erscheint und macht innerhalb 24 Stunden alle Mondphasen durch. Welch herrlichen Anblick und welch strahlendes Licht gewährt sie dort, wo wahrscheinlich niemand sie zu bewundern vermag!“
Lord Flitmore beschloß, von nun ab die Fahrt in die Welträume aufs äußerste zu beschleunigen und stellte den vollen Zentrifugalstrom ein; dann wurde eine Mahlzeit eingenommen, die John als Allerweltskünstler inzwischen bereitet hatte.
Da die Weltallreisenden dringendes Ruhebedürfnis verspürten, wurde beschlossen, daß sich nun jeder in sein eigenes Schlafgemach zurückziehen solle, um einige Stunden des Schlafes zu pflegen.
Bei den zahlreichen Räumen, die Lord Flitmores Sannah enthielt, hatte nämlich jeder ein besonderes und sehr geräumiges Schlafzimmer zur Verfügung.
Zuvor aber wurde der Wachdienst geregelt.
Es wurde allgemein anerkannt, daß eine ständige Wache unerläßlich sei, einmal weil bei einer Fahrt von solch rasender Geschwindigkeit, wie sie jetzt ausgeführt wurde, unbekannte Gefahren jederzeit drohten; sodann weil besonders interessante Erscheinungen sich bieten konnten, die sich niemand gerne hätte entgehen lassen mögen.