Der Lord sah auf und eilte dann mit einem Satz an die Stromschaltung, um die Fliehkraft wieder in Tätigkeit zu setzen.
„Was war’s?“ fragte Heinz.
„Wir sind in die Mondatmosphäre eingedrungen,“ erklärte der Engländer, „und bei der Geschwindigkeit unsres Sturzes begannen die Metallränder der Fenstereinfassung trotz des Flintglasschutzes zu glühen; doch die Gefahr ist beseitigt; wir erheben uns bereits wieder über die Atmosphäre.“
„Sie ist also vorhanden, diese vielbezweifelte Mondluft,“ sagte Schultze.
„Daran ist nicht mehr zu zweifeln; aber sehen Sie!“ erwiderte Flitmore.
Die Mondoberfläche war kaum noch hundert Kilometer entfernt; so hoch erhob sich der dichtere Teil ihrer atmosphärischen Hülle. Und nun zeigten sich Landschaftsbilder von entzückender Pracht.
Auch hier herrschten die sonderbaren Ringgebirge vor; aber sie waren bewaldet.
Die Entfernung gestattete nicht, mit bloßem Auge die Natur dieser Wälder zu erkennen, das Fernrohr jedoch offenbarte ganz eigentümliche Baumformen, wie sie auf der Erde kaum zu finden sind. Die meisten dieser Gewächse glichen ungeheuren Grasbüscheln auf hohen Stämmen, so daß sie palmenartig aussahen; doch hatten die Bäume nur selten eine eigentliche Krone; meist waren es wagrechte Äste, die ihr buschiges Ende nach allen Seiten hin ausstreckten.
Riesenfarnen und Nadelbäume von demselben eigentümlichen Bau waren an andern Stellen zu sehen; die Wedel standen wagrecht von den Stämmen ab und neigten sich zum Teil nach unten, so daß unter dem Stamm kein Schatten zu finden sein konnte, abgesehen vom spärlichen Schatten des Stammes selber und seines Astholzes; in ziemlicher Entfernung erst umgab den Baum ein Kreis von schattigen Stellen.
In den Ringkratern leuchteten häufig kleinere oder größere Seen; Wasserfälle und Bäche stürzten die steilen Bergwände herab, größere Flußläufe und Meere waren jedoch nicht zu sehen: die Bäche ergossen sich in kleine Binnenseen oder versandeten in der Ebene; vielfach schienen auch Sümpfe die Niederungen zu bedecken.