„Ich weiß nicht,“ antwortete Leusohn; „aber jedenfalls hat sich etwas ganz Seltsames zugetragen. Sannah und ich wollen der Sache auf den Grund gehen, willst du uns nicht begleiten, Hendrik.“

„Selbstverständlich!“ rief dieser zurück. „Ich mache mich gleich fertig.“

„Und ich gehe natürlich auch mit euch,“ rief eine helle Frauenstimme aus dem Nebengemach. Das war Leusohns Schwester Helene, die Gemahlin Hendrik Rijns.

Als Hendrik und Helene vollständig angekleidet waren und ihr Schlafzimmer verließen, kam ihnen im Vorgemach eine schlanke Mädchengestalt entgegen.

Es war eine auffallend hübsche, wohlgewachsene kleine Negerin von lichter Hautfarbe und mit prächtigen blitzenden Augen. In Wahrheit war sie kein kleines Mädchen mehr, wie es auf den ersten Blick scheinen mochte, sondern eine ausgewachsene Dame, aber aus dem Geschlecht der Zwerge. Trotz ihrer vornehmen Geburt, denn sie war eine königliche Prinzessin, diente sie Helene als getreue Kammerzofe und Mädchen für alles, namentlich auch als Begleiterin auf Jagdausflügen; gab es doch keine so treffliche Jägerin mehr in ganz Afrika wie das liebliche Zwergfräulein.

„Ihr wollt in die Nacht hinaus?“ fragte die Kleine. „Tipekitanga wird mit euch gehen.“

„Das ist recht, du treue Seele,“ lobte Helene Rijn und streichelte ihr die zarte Wange.

Jetzt erschien auch Doktor Leusohn mit seiner Gattin, die von ihrer Dienerin Amina, einer auffallend hübschen Somalinegerin, begleitet wurde.

Sannah begrüßte ihren Bruder Hendrik und ihre Schwägerin Helene mit einem Kuß; auch Otto Leusohn küßte seine liebe Schwester und seinen Schwager herzlich, dann erzählte er den Traum seiner Frau und die wunderbare Erscheinung, die man vom Fenster aus beobachten konnte.

Währenddessen hatten sie sich schon ins Freie begeben und eilten in der Richtung dahin, in der man zu der rätselhaften Kugel gelangen mußte.