Als sie aus dem Ölpalmenwäldchen hinaustraten auf die freie Grassteppe, standen sie staunend still; vor ihnen ragte der dunkle Koloß, eine ungeheure schwarze Kugel. Der Mond war untergegangen und so sah die dunkle Masse finster und drohend aus, als könnte sie im nächsten Augenblick daherrollen und die Menschlein zu ihren Füßen zermalmen.
„Die Kugel meines Traumes!“ rief Sannah.
„Deinem Traume nach müßte sich aber Mietje in ihrem Innern befinden,“ sagte Leusohn.
„Da oben schaut ja ein Mann heraus,“ rief nun Helene.
Die dunkle Gestalt, die sich aus einer Lucke der Sphäre herausbeugte, ließ nun auch ihre Stimme vernehmen:
„Wenn ich mir gestatten darf, Sie an Ihrer mir immer noch wohlbekannter Weise in lieblichster Erinnerung befindlichen Stimme erkennen zu dürfen und Sie mir dieses nicht für übel aufzunehmen belieben, so wären ja dieses Sie, Fräulein Helene oder vielmehr, weil ich mich darin immer wieder verspreche, Frau Rijn und Herr Hendrik, sowie Fräulein Sannah oder sozusagen jetzt Frau Doktor Leusohn mit ihrem wertesten Herrn Gemahl?“
Helene lachte hell auf. „Nein! Solche Redensarten führt kein Mensch auf der Welt,“ sagte sie, „als einzig und allein Johann Rieger, Lord Flitmores edler Diener.“
„Oho!“ rief Leusohn. „Dann hast du doch wohl einen prophetischen Traum gehabt, liebe Sannah! Wenn John da Auslug hält, dann dürften Schwager Charles und Mietje auch nicht ferne sein.“
„Nein, diese Freude!“ jubelte John. „Aber entschuldigen Sie, wenn ich meine bescheidene Persönlichkeit für einen Augenblick zurückzuziehen in die Lage mich versetzt fühlen muß, indem daß die Sonne bereits ihren Aufgang hält, wo ich verpflichtet bin, meinen gnädigen Lord zu wecken.“
John verschwand und drunten plauderten die jungen Menschen ganz aufgeregt und glücklich durcheinander: was war das für ein wunderbarer Bau, und wie konnte Flitmore mit ihm von England nach Afrika reisen? Aber die Hauptsache war: er war gekommen und Mietje mit ihm, ein unerwarteter und gar so lieber Besuch!