„Herzlich willkommen!“ rief Leusohn und umarmte den jungen Mann, der ihm aus des Professors Briefen längst bekannt und lieb war; ebenso stürmisch begrüßte Hendrik den neuen Freund, worauf auch Sannah und Helene ihm die Hand schüttelten.
Dann eilten die jungen Frauen auf Heliastra zu; doch hielt sie immer noch eine andächtige Scheu zurück, der Holden eine Zärtlichkeit zu erweisen, zu der sie ihr Herz trieb. Sie fühlten sich unwürdig so hoher Gunst und streckten ihr zaghaft die Hand entgegen.
Heliastra aber schlang lächelnd ihre Elfenarme nach einander um Sannahs und Helenes Hals und drückte warm ihre feinen Rosenlippen auf ihren Mund. „Seid ihr nicht meine lieben Schwestern?“ fragte sie dann errötend.
„Wenn wir es sein dürfen, mit Stolz und Freude!“ erwiderte Helene und Sannah fügte hinzu: „Ich glaube, ich werde niemand so lieb haben können, wie dich, ausgenommen natürlich meinen lieben Mann.“
„Ja, mein lieber Heinz geht auch bei mir allen andern vor,“ sagte Heliastra mit einem zärtlichen Blick auf ihren Gatten: „Aber dann sollt gleich ihr kommen. O, ich habe so viel Liebe, es reicht für euch und die ganze Welt!“
Das ganze Gespräch wurde auf deutsch geführt, das Heliastra bereits fließend sprach, und das aus ihrem Munde wie himmlische Musik und Glockengeläute klang.
Dann ging sie leichtfüßig auf Tipekitanga und Amina zu, die scheu bewundernd beiseite standen, umarmte und küßte auch sie und sprach: „Ihr seid doch auch meine lieben Schwestern von der Erde?“
Amina war ganz stumm vor Glück und großer Verlegenheit, zugleich aber hob sich ihr Herz in seligem Stolz.
Tipekitanga aber sah die himmlische Schwester mit einem strahlenden Blicke an und flüsterte nur: „O, liebe, liebe Herrin!“
Hierauf reichte Heliastra Hendrik und Leusohn das durchsichtige Händchen mit warmer Herzlichkeit; die Männer aber wagten nicht, fest zuzugreifen, so zart erschien ihnen diese Elfenhand, auf die sie einen ehrerbietigen Kuß drückten.