„Oho!“ lachte der Lord: „Das ist mir wirklich neu! Kapitän, Sie sind ein musikalisches Genie und eröffnen der Musik ganz neue Bahnen und Aussichten. Wahrhaftig! ein Paukenvirtuos, wer hat je von einem solchen gehört? So sei Ihnen denn die Pauke anvertraut, als dem Würdigsten unter uns.“

„Münchhausen“, sagte Schultze: „Was wollen Sie überhaupt mit einer Pauke? Sie reichen ja doch nicht mit ihren kurzen Armen um Ihre Leibeswölbung herum und können das von Ihnen so gepriesene Instrument überhaupt nicht treffen: Sie treffen höchstens Ihren eigenen Bauch und das ist ja auch eine Pauke, die jede künstliche Pauke entbehrlich macht. Überdies wird es für Sie eine äußerst zuträgliche Massage sein, wenn sie diese größte und herrlichste aller Pauken schlagen, mit der die Natur und Ihr guter Appetit Sie begabt hat.“

„Oho!“ protestierte der Kapitän: „Schultze, Sie sind schief gewickelt! Sie treiben da Ihren Spott mit einem Titanen der Musik, Sie, der Sie von Musik überhaupt nichts verstehen und bei unserem Konzert einzig und allein das verständnislose Publikum abzugeben vermögen. Allerdings gebe ich zu, daß dies ein notwendiger Bestandteil jedes richtigen Konzertes ist.“ —

„Nun, nun,“ eiferte der Professor: „Wenn ich auch nicht gerade Sachverständiger auf dem Gebiete des Kontrapunkts und der Harmonielehre bin, und nicht unterscheiden kann, ob Sie Beethoven oder Wagner pauken ...“

„Muß jeder feinhörige Mensch sofort an meinem Paukenschlag heraushören!“ unterbrach Münchhausen.

„Nanu! Wenn ich so fein auch nicht höre, so habe ich doch die größte Freude an der Musik und werde als verständnisloses Publikum doch ein dankbarer und begeisterter Hörer sein.“

„Bravo!“ rief Mietje, „als solchen kennen wir Sie, und für Sie wird denn auch das ganze Konzert gegeben.“

Unter den Virtuosen, die hier versammelt waren, hatte jeder seine besondere Vorliebe für diesen oder jenen großen Komponisten.

Lady Flitmore zog Schubert, Schumann, Mendelssohn und Chopin vor; ihr Gatte hielt Bach, Beethoven, Händel, Haydn und Weber für die Bedeutendsten; Heinz neigte mehr zu Wagner, Bruckner, Hugo Wolff und Grieg; Münchhausen begeisterte sich für Mozart, Brahms und Gluck, während John für Meyerbeer und Richard Strauß schwärmte.

Doch waren alle vielseitig und unparteiisch genug, um auch der andern Größe anzuerkennen und ihnen gern zu huldigen.