„Nun, so sollst du jedenfalls das Recht haben, den Namen zu wählen,“ sagte ihr Gatte und fügte höflich hinzu: „Falls die Herren nichts dagegen haben.“

„Das wäre noch schöner!“ rief Schultze: „Wir haben weder ein Recht dazu, noch wüßten wir eine würdigere Wahl zu treffen.“

„Nun denn!“ ließ sich Mietje vernehmen: „Ich trage im Herzen das Bild einer stolzen und zugleich anmutigen Prinzessin, einer Heldin, der wir alle, außer Herrn Friedung, der nicht das Glück hat, sie zu kennen, unendlich viel verdanken, einer edlen Seele, die wir bewundern, eines goldnen Herzens, das wir lieben lernten. Wie seh ich ihr leuchtendes Auge im Geiste mich anblitzen und wie schmeichelt sich mir der Klang ihres Namens ins Ohr.“

„Tipekitanga!“ rief Münchhausen begeistert. „Brava, brava! Unsre Tipekitanga verdient wahrhaftig solche Ehre!“

Wir müssen hier bemerken, daß der Kapitän der italienischen Sprache mächtig war und daher einer Dame gegenüber nicht das männliche „Bravo!“ gebrauchte, wie es bei Unwissenden üblich ist, sondern das einzig richtige „Brava“, das einem weiblichen Wesen zukommt, dem man Beifall spendet.

Auch der Professor und der Lord waren mit Mietjes Vorschlag einverstanden und ersterer bemerkte:

„Es ist überhaupt ein besonders glücklicher Gedanke, diesem Planetoiden den Namen einer Zwergprinzessin beizulegen, sind doch diese Weltkörper die Zwerge unter den Planeten und der von uns betretene scheint mir in seinem leuchtenden Geschmeide eine Prinzessin unter den Asteroiden zu sein.“

Nachdem nun diese Frage zu allgemeiner Genugtuung erledigt war, wurde eine Entdeckungsreise auf dem neugetauften Planeten unternommen.

„Gehen wir nach Westen,“ schlug der Lord vor: „Ich vermute, daß der Anblick dieser Lichtwelt bei Nacht am reizendsten ist und wir gehen in dieser Richtung der Sonne aus dem Wege.“

Auch dieser Vorschlag fand keinen Widerspruch, und so wanderten unsre Freunde durch die leuchtenden Auen, von einem Entzücken ins andre geratend.