Darauf blickte das Leben nachdenklich hinter sich und um sich und sagte leise: „Oh Zarathustra, du bist mir nicht treu genug!
Du liebst mich lange nicht so sehr wie du redest; ich weiss, du denkst daran, dass du mich bald verlassen willst.
Es giebt eine alte schwere schwere Brumm-Glocke: die brummt Nachts bis zu deiner Höhle hinauf:—
—hörst du diese Glocke Mitternachts die Stunde schlagen, so denkst du zwischen Eins und Zwölf daran—
—du denkst daran, oh Zarathustra, ich weiss es, dass du mich bald verlassen willst!“—
„Ja, antwortete ich zögernd, aber du weisst es auch—“ Und ich sagte ihr Etwas in’s Ohr, mitten hinein zwischen ihre verwirrten gelben thörichten Haar-Zotteln.
Du weisst Das, oh Zarathustra? Das weiss Niemand.—
Und wir sahen uns an und blickten auf die grüne Wiese, über welche eben der kühle Abend lief, und weinten mit einander.—Damals aber war mir das Leben lieber, als je alle meine Weisheit.—
Also sprach Zarathustra.