Wo es eine gewisse Einheit in der Gruppierung gibt, hat man immer den Geist als Ursache dieser Koordination gesetzt: wozu jeder Grund fehlt. Warum sollte die Idee eines komplexen Faktums eine der Bedingungen dieses Faktums sein? oder warum müßte einem komplexen Faktum die Vorstellung als Ursache davon präzedieren? –
Wir werden uns hüten, die Zweckmäßigkeit durch den Geist zu erklären: es fehlt jeder Grund, dem Geist die Eigentümlichkeit, zu organisieren und zu systematisieren, zuzuschreiben. Das Nervensystem hat ein viel ausgedehnteres Reich: die Bewußtseinswelt ist hinzugefügt. Im Gesamtprozeß der Adaptation und Systematisation spielt das Bewußtsein keine Rolle.
313.
Die Physiologen wie die Philosophen glauben, das Bewußtsein, im Maße es an Helligkeit zunimmt, wachse im Werte: das hellste Bewußtsein, das logischste, kälteste Denken sei ersten Ranges. Indessen – wonach ist dieser Wert bestimmt? – In Hinsicht auf Auslösung des Willens ist das oberflächlichste, vereinfachteste Denken das am meisten nützliche, – es könnte deshalb das – usw. (weil es wenig Motive übrig läßt).
Die Präzision des Handelns steht im Antagonismus mit der weitblickenden und oft ungewiß urteilenden Vorsorglichkeit: letztere durch den tieferen Instinkt geführt.
314.
Hauptirrtum der Psychologen: sie nehmen die undeutliche Vorstellung als eine niedrigere Art der Vorstellung gegen die helle gerechnet: aber was aus unserm Bewußtsein sich entfernt und deshalb dunkel wird, kann deshalb an sich vollkommen klar sein. Das Dunkelwerden ist Sache der Bewußtseinsperspektive.
315.
Die ungeheuren Fehlgriffe:
1. die unsinnige Überschätzung des Bewußtseins, aus ihm eine Einheit, ein Wesen gemacht: „der Geist“, „die Seele“, etwas, das fühlt, denkt, will –