d. Ich und Außenwelt.
367.
Der Substanzbegriff eine Folge des Subjektbegriffs: nicht umgekehrt! Geben wir die Seele, „das Subjekt“, preis, so fehlt die Voraussetzung für eine „Substanz“ überhaupt. Man bekommt Grade des Seienden, man verliert das Seiende.
Kritik der „Wirklichkeit“: worauf führt die „Mehr-oder-Weniger-Wirklichkeit“, die Gradation des Seins, an die wir glauben? –
Unser Grad von Lebens- und Machtgefühl (Logik und Zusammenhang des Erlebten) gibt uns das Maß von „Sein“, „Realität“, „Nicht-Schein“.
Subjekt: das ist die Terminologie unsres Glaubens an eine Einheit unter allen den verschiedenen Momenten höchsten Realitätsgefühls: wir verstehen diesen Glauben als Wirkung Einer Ursache, – wir glauben an unseren Glauben so weit, daß wir um seinetwillen die „Wahrheit“, „Wirklichkeit“, „Substanzialität“ überhaupt imaginieren. – „Subjekt“ ist die Fiktion, als ob viele gleiche Zustände an uns die Wirkung eines Substrats wären: aber wir haben erst die „Gleichheit“ dieser Zustände geschaffen; das Gleichsetzen und Zurechtmachen derselben ist der Tatbestand, nicht die Gleichheit (– diese ist vielmehr zu leugnen –).
368.
Psychologische Geschichte des Begriffs „Subjekt“. Der Leib, das Ding, das vom Auge konstruierte „Ganze“ erweckt die Unterscheidung von einem Tun und einem Tuenden; der Tuende, die Ursache des Tuns, immer feiner gefaßt, hat zuletzt das „Subjekt“ übrig gelassen.