Irid sah, was ich suchte. Sie verstand mein Denken. Sie wies mit dem Finger auf ein Sternbild von sechs Sternen, und bedeutete mich, es zu betrachten. Ich zweifelte keinen Augenblick, daß sie mir den Ort unserer Sonne zeigte.

Nach und nach dunkelte es vollkommen, und die Sterne spiegelten sich im Waldsee. Irids Blicke hingen mit den meinen am Himmel.

Nach einem Weilchen stieß sie einen kleinen Laut aus und zeigte abermals in das Bild der sechs Sterne: Mitten darin stand jetzt die zarte Spirale eines Nebelwölkchens!

Ergriffen legte sie ihre Arme um meinen Hals und küßte meine Wangen. –

Dann gingen wir Hand in Hand die Wiese hinauf, dem Häuschen zu.

Irid brachte mich in mein Zimmer, grüßte mich stumm und freundlich, und bald hörte ich, als ich erregt auf meinem Bette saß, wie sie sich zur Ruhe legte, und wie nach einiger Zeit die ruhigen, festen Züge ihres Atems zu mir herüberdrangen.

Da legte auch ich mich nieder zu Träumen, die von nun an das wache Leben an Traumhaftigkeit weit hinter sich lassen sollten.

Am nächsten Morgen schaute Irid in meine Tür und winkte mir, der ich vom Geräusche ihres Erscheinens erwachte, fröhlich Guten Morgen zu. Sie kam in weitem weißem Mantel aus dem Bade, und ihr weiches, lichtes Haar bedeckte sie bis zu den Hüften.

Das Frühstück war im Gärtchen vor dem Hause angerichtet. Im nahen Walde sangen und zwitscherten die Vögel. Ich konnte mich nicht besinnen, je einen Tag köstlicher und friedlicher begonnen zu haben.