Ich fühlte, daß ich, trotz des halben Gewährenlassens und des körperlichen Naheseins, keine Berechtigung hatte, von Irid mehr zu fordern als sie freiwillig gab. Die Grenze lag einzig und allein in ihrer Hand. Sie war die Stärkere.

Ich begann eine Art Gefühl vor ihr zu bekommen, wie ein Kind vor der Mutter. Mir war, als wisse und verstehe sie alles in mir, und als leitete sie mich mit ihren überlegenen Gedanken.

Dieses Gefühl erweckte in mir, der ich unter Frauen immer der Herr gewesen war, einen Zustand der Unsicherheit und Abhängigkeit, wie er mir bisher fremd geblieben war.

Dennoch lag eine eigentümliche Süße in dem Bewußtsein, der Hörige dieser herrlichen Frau zu sein.

Als wir ein Weilchen gesessen hatten, sprach Irid einige Worte zu ihrem Hunde, der mit klugen Augen zuhörte, sich dann erhob, dem Hause zutrottete und nach einiger Zeit zurückkehrte, zu meiner Überraschung auf dem Rücken, gleich einem Sattel, eine große Decke tragend, die Irid ihm abnahm und, da die Wiese feucht zu werden begann, für uns ausbreitete. Auch der Hund bekam seinen Platz darauf.

Dies alles ereignete sich mit solcher Selbstverständlichkeit, als ob eine derartige Hilfe des Hundes das durchaus Alltägliche sei. Kein Zweifel: das Tier verstand die Sprache seiner Herrin!

Aber auch nur zu dem Hunde hatte diese bisher gesprochen, und zu mir. Mit der Dienerin war kein Wort gewechselt worden.

Rätselvolles Haus des Schweigens! Mir soll es recht sein. Ich liebe wortkarge Menschen.

Allmählich wurden die Sterne sichtbar, und ich begann darin zu suchen. Kein Sternbild war gleich dem unseres Erdenhimmels. Eine Milchstraße jedoch, ähnlich der uns von Kindheit an vertrauten, wölbte sich von Horizont zu Horizont.

Wo in dem kosmischen Gewimmel mochte meine Erdensonne sein?