Trotz Irids zärtlicher Freundschaft aber war, wie man begreifen wird, mein Leben mit ihr ein höchst unvollkommenes. Nie gehörte sie mir ganz, wie sie überhaupt noch keinem Manne gehört hatte.

Sie erklärte mir, daß sie sich erst mit dem Manne vereinigen würde, mit dem sie ein Kind zu zeugen gedächte.

Sie glaube bestimmt, daß das aus einer allerersten Liebesvereinigung hervorgegangene Kind höhere Lebensqualitäten besitze, als ein anderes. Die Auswahl des Mannes zu dieser Zeugung hielte sie für die wichtigste Aufgabe ihres Lebens.

Mir ward bei diesen sachlichen Auseinandersetzungen des jungen, gleich einer reifen Traube schwellenden und vor Sinnenbegierde bebenden Weibes unheimlich zumute. Sollte ich hier standhalten, mich namenlos quälen lassen in meiner fast tollen Liebessehnsucht, und dabei, wartend bis eines Tages jener andere käme, der Irid in seine Arme nehmen durfte, gleich einem verzogenen Haustiere leben?

Ich war oft sehr verzweifelt und verwünschte das Los, das mich in diese paradiesische Hölle gebracht hatte.

Ich beschloß, meine bewährte, irdische, ungeistige Willenskraft wieder zu üben, um mich zu gegebener Zeit von diesem Planeten fortzuheben.

Der Gedanke aber, Irid für immer verlassen zu müssen, bereitete mir viel Qual, und ich fühlte mich fürs erste noch nicht bewogen, ihn auszuführen, zumal ich noch nicht das Letzte über die Geschichte der Drom-Menschheit erfahren hatte.

Dies sollte erst im Beginne des Winters, der mit köstlichem Schneefalle eingesetzt hatte, geschehen.

Eines Abends, als wir beim Weine am Kaminfeuer saßen, fand Worde die Anknüpfung an den abgerissenen Faden seines Berichtes.