In den Monaten dieser ersten Erkenntnisse, während derer unser äußeres Leben seinen unverändert ruhigen Gang weiter lief, änderte sich in meinen Verhältnissen zu Irid nichts, als daß meine Leidenschaft für das schöne und merkwürdige Mädchen immer mehr wuchs und damit die Qual des innigen Zusammenseins mit ihr.

Sie mied jeden Verkehr außerhalb des Hauses und wußte auch den ganzen Sommer über ihre wenigen Bekannten von sich ferne zu halten, so daß nur die stumme Dienerin Okk, der Hund Turu und des Vormittags die Kinder um uns waren. Selten kamen Geschäftsleute, Männer und Frauen, des Hausstandes wegen, oder Eltern der Kinder. Ihnen blieb ich fern.

Mit den Kindern aber befreundete ich mich immer mehr.

Sie waren Geist von meinem Geiste. Mit ihnen sprach ich die gleiche Sprache und dachte ich die gleichen Gedanken.

Ich glaube zwar, daß sie manches Mal über mich spotteten, wie Kinder ja geistig Armen mitleidslos entgegenzutreten pflegen, aber sie betrachteten mich doch als ihren Freund, mit dem sich gut schwatzen und spielen ließ.

Ich hatte mir in einem Kellerraume des Hauses eine kleine Werkstatt eingerichtet, wo ich mit Material, das mir Irids Vater gütig lächelnd beschaffte, allerhand technische Basteleien veranstaltete. Es tat meinem angestrengten Geiste wohl, einige Stunden des Tages, während derer ich mich manuell beschäftigte, ausruhen zu können.

Ich baute kleine elektrische Apparate einfacher Art, wie primitive Hausklingeln und ähnliches. Mein größtes Werk aber war eine Dampfmaschine, deren Hauptbestandteil ein mehrere Liter fassender Kessel bildete, der eigentlich Destillationszwecken der Apotheken dienen sollte. Im Anschluß an diese Leistung wagte ich mich gar an einen kleinen Dynamo.

Die Arbeit machte mir Freude, und auch den Kindern bereiteten meine Erzeugnisse viel Spaß, während Worde und Irid sie belustigt als nichts anderes betrachteten, denn als kindliche Spielereien, trotzdem ihnen der Mechanismus meiner gut laufenden kleinen Maschinerien durchaus unbekannt war und ihr Interesse hätte erregen müssen.

Irid blieb zu mir nicht nur stets gleichmäßig freundlich, gütig und warmherzig, sondern ließ mich auch zu meiner Tortur stets weiterhin fühlen, daß ich ihr körperlich sehr sympathisch sei.

Sie lebte nach wie vor auf das engste mit mir, ließ mit Wohlgefallen meine Liebkosungen geschehen und erwiderte sie wohl gar. Gelegentlich küßte sie mich in Gegenwart ihres Vaters oder der Dienerin. Die vollkommene Freiheit der Drom-Menschen untereinander läßt nicht einmal den Gedanken aufkommen, über irgend etwas, das der andere tut, abfällig zu urteilen. Nur sich selbst gegenüber bestehen sie auf strengster Kritik. Auf meiner Erde hatte ich das Gegenteil beobachtet.