Ob nach der Menschheit andere organische Wesen als kleine Dromgötter auf ihrer Kruste schmarotzen werden, ob dies vielleicht schon vor der Menschenepoche der Fall war, wir können es nicht wissen.

Was heißt überhaupt „wissen“? Es heißt nur „annehmen“, „glauben“. Die Wahrheit erfahren wir ja nie, eben weil wir, auch in unserer größten zeitlichen Gesamtheit, nichts sind als aus Gnaden für ein Viertelstündchen Mitgenommene auf der Reise über jene lange Weltenstraße, die von der Unendlichkeit über das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit hinüberführt zur Ewigkeit.

Geschlecht folgt auf Geschlecht, so lange noch ein Grashalm wächst. Das Menschengeschlecht ist nur eines von vielen.

Es heißt da wenig, ein alter Mensch sein oder ein junger. Es heißt da, Markus, ebenso wenig, einer alten Epoche entstammen oder einer jungen.

Wir, Irid und ich, wir sind alte Menschen. Unsere Zeit ist der Abend.

Wir sind vor dir, der du im Morgen stehst, voraus kraft der Erbschaft der Jahrtausende, die das Alter unserer Planetenmenschheit von dem der deinen trennt.

Die ungeistige Zeit des Barbarismus, jene kochende, gärende, glühende, vernichtende, selbstsüchtige und genußgeile Zeit der Maschinen, der Elektrizität und aller der uns Alten lächerlich und spielerisch erscheinenden Undinge ist verklungen.

Aber das war der Morgen! Es war die vollsaftige, heißblütige, gläubige, sehnende und irrende Jugend der Menschheit!

Sollen wir uns freuen, daß schon Abend ist? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, daß wir uns nicht überheben sollen! Jedes Ding steht für sich. Jeder Mensch steht für sich. Jede Zeit steht für sich. Ist das Alter mehr als die Jugend?

Markus, die Jugend soll leben! Markus der Barbar, Markus der Wilde soll leben!