Als sie unter meiner leisen Liebkosung die Augen aufschlug, fiel ein unendlich rührender Blick süßer, ergebener Weiblichkeit auf mich, und ihre Lippen flüsterten meinen Namen. –

Über jedes menschliche Begreifen reiche und köstliche Monate folgten dieser Nacht.

Jeder beginnende Tag ward uns zum Ereignis, und jede neue Nacht bescherte uns neue Kostbarkeiten.

Unsere Liebe ward uns zu einem Borne, den auszuschöpfen uns nie verliehen zu sein deuchte.

Alles was die Welt an Großem und Schönem geschaffen und besessen in den Jahrtausenden, schien uns winzig gegen die überquellende Fülle unserer immer wachsenden Leidenschaft.

Ein Hauch dieses süßen Mundes war mir mehr als alle Weisheit des alternden Menschengeschlechtes, inmitten dessen ich lebte als eine neu aufgesprossene Jugend.

Die Frucht, die unserem Bunde entsprießen sollte, dünkte uns der Keim zu einem Rinascimento der Menschheit. –

Seit jener ersten Nacht war Irids geistige Überlegenheit gewichen. Der Stärkere war jetzt ich. Was ihr bisher an mir barbarisch geschienen hatte, ward ihr nur lieb und wert.

Ihre Sprache floß von Tag zu Tag leichter. Es machte ihr Freude, zu sprechen. Immer mehr schwand die angeborene Neigung zum nur inneren Verarbeiten ihrer Gedanken.

Ich begann, sie meine eigene Sprache zu lehren. Sie begriff sie überraschend schnell, und bald redeten wir ein lustiges Kauderwelsch ihrer hochentwickelten Gedankensprache, von der ich ja nur weniges beherrschte, und meiner primitiven Wortsprache, in die sie sich mit Inbrunst immer tiefer hineinlebte.