An diesem Abend beschlossen wir von dannen zu gehen, sobald sich der Tag meiner Ankunft gejährt habe.
Noch etwa eine Woche hatten wir vor uns. Irid nutzte sie, um in der Stille ihre Angelegenheiten zu ordnen. Unter heißen Tränen schrieb sie einen Abschiedsbrief an den geliebten Vater. Auch ich fügte Worte des innigsten Dankes hinzu.
Die letzten Tage, nachdem sie alles erledigt hatte, lebte sie wie in einer Art von Ekstase. Ihre Augen leuchteten in innerer Glut, ihre Füße schienen, wenn sie schritt, kaum den Boden zu berühren, und ihr Mund, der so mitteilsam gewordene, war wieder verstummt und flüsterte nur noch meinen Namen. –
Am Abend vor der Nacht unsres Fortgehens trat sie nackt in mein Zimmer. Wie ein goldschimmernder Mantel lag ihr Haar um das Weiß ihres herrlichen, makellosen Körpers.
Gleich einer Priesterin breitete sie die Arme aus, und ihre Augen waren wie die Verheißung des Paradieses.
Ich kniete vor ihr und küßte ihren Leib.
Als die Nacht halb vorüber war, schritten wir, noch trunken von Wollust, nackt hinunter zum See, wo ich ein Lager bereitet hatte.
Irid flocht ihr Haar in schwere Zöpfe. Wir legten uns nieder, verbanden uns durch Irids Zöpfe, umschlangen uns fest und blickten, all’ unser Inneres auf den einen Gedanken unsres Ziels richtend, hinauf zu dem winzigen Nebel, in dem meine Erde kreiste.
Gleich einem einzigen Körper und einem einzigen Gedanken lagen wir ineinander gefügt in einer nie gefühlten Fülle sinnlichen Vergehens.