Alfred Kurella: Es ist die erste Arbeit, die sich systematisch mit einem Thema beschäftigt, welches schon lange in den engeren jugendlichen Gemeinschaften eine große Rolle spielt: mit dem Körpergefühl und seiner Erziehung. (Freideutsche Jugend)

Hans Hackmann, Die Entwicklung der Seelenkräfte als Grundlage der Körperkultur. br. M 20.–, geb. M 35.–

Der Bund: Der Abendländer krankt am Zu-vielen-Wollen und -Wissen. Das erzeugte den Krampf und den Hochmut unserer Kultur. Es gilt, ihn zu lösen von der lebendigen Seele, vom Lebensgefühl her. Es gilt vor allem, den Körper wieder als Organ und Träger des Seelischen neu zu entdecken und fähig zu machen. Praktisch sind die Bestrebungen vor allem im neuen Tanz und einer neuen Rhythmik versucht worden. Dies Buch gibt die psychologische Grundlage für diese praktischen Versuche und versucht auch eine Theorie der Methode zu geben, die vom Körper her Seelisches entwickeln will. Unsere Zeit entdeckt neu den Zusammenhang von Seele und Leib. Auch die Medizin hat auf dem Gebiete dieser Zusammenhänge noch Größtes zu erwarten. Der Verfasser gräbt überzeugend zu jenen bildenden Kräften hinab, die die treibenden Faktoren aller Entwicklung, Heilung und Erziehung sind, und befreit in diesem Bestreben zusehends den Körper von der Mißachtung, in der ihn Intellektualismus unserer abgelaufenen Kultur gehalten hat. Das Ganze aber ist in den Rahmen einer geistigen Weltanschauung gestellt, die eine neue Synthese zwischen Orient und Okzident sucht.

Ferdinand Lagrange, Physiologie der Leibesübungen. A. d. Französischen von Ludwig Kuhlenbeck. br. M 35.–, geb. M 50.–

Akademische Sportblätter: Der Hauptwert des Buches liegt in seiner Methode, in der praktischen Anordnung des Inhalts, der geschickten Verarbeitung eines reichen Beobachtungsmaterials und der klaren, induktiven Logik, mit der Lagrange verfährt; dann aber auch in seinen Ergebnissen, die dem physiologisch Ungeschulten teils neu, teils zum ersten Male verständlich erscheinen werden. Seine Ausführungen werden in ihrer Einprägsamkeit noch gehoben durch einen überaus flüssigen und bewegten, an treffenden Vergleichen und prägnanten Bildern reichen Stil, dessen Frische die Übersetzung gar nicht zu beeinträchtigen scheint. Möge es auch bei uns allenthalben die Beachtung finden, die ihm als einer klassischen Leistung auf dem Gebiete der Physiologie der Leibesübungen gebührt!

Deutsche Tageszeitung: Wer das Buch mit Verständnis liest, erhebt sich mit einem aus der fast noch allgemein herrschenden Empirie; seine ruhige, klare Wissenschaftlichkeit wird Offizieren und Leitern von Sportsvereinen nicht minder großen Segen bringen, wie den zur Erziehung der deutschen Jugend Berufenen.

Lenore Kühn, Das Buch Eros. Studium zur Liebesgeschichte von Seele, Welt, Gott. br. M 15.–, geb. M 25.–

Leipziger Tageblatt: Dieses kleine Werk steht auf jener Grenze zwischen Wissenschaft und Kunst, wo das Reich Nietzsches liegt. Das Buch ist erlebt. Seine Leistung besteht darin, daß es eine Grundanschauung an die Reiche der Welt und ihre Herrlichkeiten heranbringt und die verschiedenen Gebiete in ihren Beziehungen aufdeckt. Diese Frau würdigt Eros in Plato, Jesus, Spinoza, Fichte, Schleiermacher, Goethe, Nietzsche, findet ihn im Erleben der Natur und in der Dichtung, namentlich bei Peter Altenberg und Rilke und in der Lyrik überhaupt, in der Musik, und zwar auch bei Bach und in Brahms' Deutschem Requiem, dann in dem Trieb zum Vaterland, in der Freundschaft, und nicht zum wenigsten natürlich in der Liebe zwischen Mann und Weib, in der vornehmlich tiefe Blicke getan werden.

Der Tag: Ein Hymnus an das Leben. Ein Dithyrambus der reichen Seele, die die Kraft ihres Gefühls an die ganze Welt verschwendet. Ein hohes Lied der Freundschaft und Liebe, wie es noch selten so innig und rein erklang. Mit zarten ehrfurchtsvollen Händen deutet L. Kühn die Mysterien des Lebens. Ihre Besonderheit liegt in der Verschmelzung kristallklarer psychologischer Analyse mit echt weiblicher Wärme und Innigkeit. Es ist ein Buch von großem Schwung. Jede Seite ist durchströmt von innerem Erleben von der Fülle des Herzens.

Gertrud Prellwitz, Vom Wunder des Lebens. 107. Tausend. kart. M 8.–