Wilhelm Fließ, Vom Leben und vom Tod. Biologische Vorträge. 8. Tausend. br. M 20.–, geb. M 35.–
Deutsche Tageszeitung: Alles Leben, sagt Fließ, läuft nach einem inneren, in der lebendigen Substanz selbst gegebenen Mechanismus ab, und dieser Mechanismus ist für Menschen, Tiere und Pflanzen der gleiche. Leibliches und geistiges Wachstum, Geburt und Tod, der Zusammenhang der Generationen erweisen das Vorhandensein zweier alles Leben durchwaltender Perioden von 28 und von 23 Tagen. Die Statistik wird durch diese merkwürdigen Zahlen auf einmal hell und durchsichtig; Geburts- und Sterbestatistik gewisser Krankheiten, wie Tuberkulose, Diabetes, Schlaganfall, Gallensteine, erweist das geheime Walten dieser Zahlen. Das Buch ist nicht nur ein Genuß wegen des wissenschaftlichen Neuen, das es enthält, sondern diese neue Fließsche Arbeit ist auch jedermann verständlich geschrieben, der lernen will.
Pester Lloyd: Was Fließ verkündet, ist kein Geringes; denn er hat nichts weniger entdeckt als ein Naturgesetz, auf Grund dessen sich das ganze Dasein nach einer inneren Ordnung abrollt und die Zeiten des Geborenwerdens und Sterbens, des Wachstums und des Vergehens ihren festen und vorbestimmten Platz in der uns genau zugemessenen Lebensdauer haben. Das statistische Material, an dem Fließ sein Gesetz demonstriert, ist sicher über allen Zweifel erhaben, und unzweifelhaft scheint es auch, daß die neue Lehre befruchtend und aufklärend auf alle naturwissenschaftliche Sonderzweige wirken wird, ja vielleicht wirklich das ewige Mysterium vom Ablauf des Lebens im Hauptprinzip löst. Die Mathematiker haben längst erkannt, daß sich der Forscher, angesichts der Tatsache, wie sich jahrzehntelange Epochen in der Entwicklung ganzer Geschlechter dem Fließschen Zahlengesetz fügen, auf richtiger Spur befinden muß.
Wilhelm Fließ, Das Jahr im Lebendigen. br. M 30.–, geb. M 45.–
In diesem Buch führt Fließ seine Lehre weiter und zeigt, daß beide Perioden der männlichen und weiblichen Substanzeinheiten im Jahr ihre höhere Einheit finden. Es leben in unserem Körper also sozusagen Erinnerungsbilder an kosmische Einflüsse, an die Geschwindigkeiten des Sonnenlaufes und der Achsendrehung unseres Planeten. Durch diese Weiterführung der Fließschen Lehre eröffnet sich die Aussicht, daß eines Tages eine astronomische Kenntnis für die zeitliche Gesetzmäßigkeit des Lebens ermöglicht wird.
Natur und Gesellschaft: Das vorliegende Werk bildet eine wesentliche Ergänzung der früheren Veröffentlichungen des Forschers. Es räumt auf mit der klimatischen Erklärung von Blüte und Brunst und zeigt den Ablauf des Jahres in der lebendigen Substanz. Diese Jahresimmanenz wird an einem umfassenden genealogischen Material bewiesen. Fließ ist in die Forschergruppe von allergrößtem Geistkaliber einzuordnen. Er vereinigt Scharfsinn mit Intuition.
Hans Schlieper, Der Rhythmus des Lebendigen. br. M 15.–, Pappband M 25.–
Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für psychische Forschung: Schliepers Buch schließt sich zwar an Fließ an, aber als Ganzes stellt es eine durchaus selbständige Arbeit dar. Schlieper hat selbst eine Reihe gründlicher Untersuchungen angestellt und damit die Forschungsergebnisse von Fließ bestätigt gefunden und im einzelnen erweitert. Vor allem aber ist sein Buch darin von außerordentlichem Wert, daß es für alle Weiterstrebenden eine solide Grundlage für eigene Forschungen ist, denn es enthält einen Überblick über die Resultate der bisherigen Forschungen, zugleich bietet es eine lichtvolle Darlegung der Technik, die zu solchen Arbeiten erforderlich ist. Nicht nur die Biologie, auch die Psychologie und schließlich die Philosophie werden aus diesem Forschungsgebiete bedeutende Anregungen erhalten.
Hans Hackmann, Die Wiedergeburt der Tanz- und Gesangskunst aus dem Geiste der Natur. br. M 10.–
Sozialistische Monatshefte: Hackmann erblickt im reinen Rhythmus den unmittelbaren Ausdruck des Körperwillens und damit des ursprünglichen unbewußten Gefühlslebens. Deshalb strebt er eine Reform des Tanzes wie des Gesanges an, im Sinne einer wahrhaft aus dem Rhythmus geborenen Kunst, während er z. B. unserer modernen Tanzkunst den Vorwurf des Intellektualismus macht, weil sie, ähnlich wie die Programmusik auf bewußte Darstellung eines geistigen Gehaltes abziele. Es ist gerade das Verdienst der Hackmannschen Schrift, daß sie die Notwendigkeit der Technik als der bewußten Formung des unbewußten rhythmischen Ausdruckes betont und den zu Unrecht als intuitiven Schwung gepriesenen dilettantischen Mangel an Technik und künstlerischer Durcharbeitung beim Tanz wie beim Gesang scharf zurückweist.