b) wenn nein, hat sich diese Neigung 1. später eingestellt? 2. in welchem Alter? 3. mit welchen Begleiterscheinungen? normal? abnorm?

In der Ersten-Frühstücks-Ausgabe der Zweiten-Frühstücks-Röte erschien der Umfragbogen. Dann begann der zweite Umfragsauftakt, das Verschicken an sämtliche hervorragende Leute an der Hand eines gleichlautenden Begleitbriefes:

Hochverehrter Herr und Meister!

Aus der Fülle des uns täglich zuströmenden psychologischen Materials hat eine eigenartige Menschheitsfrage immer dringlicher ihr Rätselhaupt erhoben, eine Frage, die, so unscheinbar sie erscheint, vielleicht in ihrer gründlichen Beantwortung dennoch geeignet ist, unabsehbares Licht in dunkle Seelentiefen zu werfen. Indem wir Ihnen die restlose Zergliederung dieser Frage in dem beiliegenden Fragebogen unterbreiten, sind wir uns bewußt, daß vor allem Ihr umfassendes Wissen und durchdringender Geist, verehrter Herr und Meister, geeignet erscheint usw.

Wir werden das Ergebnis der Rundfrage systematisch aufarbeiten und veröffentlichen, ebenso wie wir nicht verfehlen werden, die auf Grund einer Separatumfrage innerhalb des Schoßes unserer Redaktion sich ergebende beste Antwort mit einem Freibezug unserer „Zweiten-Frühstücks-Röte“ für ein ganzes Jahr auszuzeichnen...

Für die führenden Köpfe des Landes begann eine nachdenkliche Zeit. Denn das verstand sich, daß sie ihre laufenden Arbeiten sofort zugunsten dieser Umfrage zu unterbrechen hatten. In einem raschen Hochschwall begannen alsdann die Umfragantworten einzulaufen. Sie wurden zunächst ohne Zusatz in der Reihenfolge ihres Einlaufs in der „Zweiten-Frühstücks-Röte“ veröffentlicht.

Professor Schmalzbrunner war der erste, der sich so vernehmen ließ: „In umgehender Umfragserledigung und umseitiger Überreichung des ausgefüllten Umfragbogens erlaube ich mir, die Redaktion der ‚Zweiten-Frühstücks-Röte‘ zu der lichtvollen Erfassung des Zeitgeistes an der Stirnlocke um so mehr zu beglückwünschen, als ich selbst schon lange die Absicht hatte, der nunmehr auch von Ihnen angeschnittenen psychologischen Frage eine gründliche Untersuchung angedeihen zu lassen, auf welchen Umstand ich Sie bitte, in Ihrem redaktionellen Teile aus Gründen des geistigen Erstgeburtsrechts ausdrücklich hinzuweisen...“

Geheimrat Nasenschaber schrieb: „Vor Ausfüllung des Umfragbogens bitte ich um gefällige Mitteilung, ob sich etwa auch Geheimrat Hinthinlang an der Umfrage beteiligen wird, in welchem Falle ich unter Berücksichtigung der minderwertigen Qualitäten dieses Herrn leider nicht in der Lage wäre, auch nur vorübergehend unter dem gemeinsamen geistigen Dache einer Umfrage meine gemessene Zeit zuzubringen. Im übrigen habe ich gegen eine öffentliche Notiznahme von meinem Vorbehalt, den ich meinem Rufe schuldig bin, nichts einzuwenden usw.“

Professor Doktor Spalthaar teilte mit: „Ich beantrage die Absendung eines Vorfragebogens behufs Feststellung des Materials, aus welchem besagte Randsteine in jedem einzelnen Falle angefertigt waren, da es nicht unwahrscheinlich ist, daß je nach der granitenen, zementenen, kalkigen oder kunststeinigen Beschaffenheit derselben die ursächliche Festlegung der Fugenvermeidung des schreitenden Fußes, dessen Beschuhungsart aus Leder, Holz, Filz oder Stroh, beziehungsweise seine Unbeschuhung in Parallelkoinzidenz mit dem Material des Randsteins...“

Sogar General a. D. Festruff, der alte Haudegen, meldete sich, leider in einer Form, die der öffentlichen Wiedergabe Beschränkung auferlegte: „Warum man beim Gehen auf dem Randstein und so weiter und so weiter. Ist mir wurscht. Hochachtungsvoll Festruff, General a. D.“