Die knappste Antwort erfolgte auf die Anfrage an Professor Schrankelmaier: „Adressat seit zwanzig Jahren verstorben. Schwienecke, Briefträger.“
Als konzentriertes Resultat der Umfrage ergab sich: 31 v. Hundert der Befragten erklären das Überschreiten der Randsteinfuge als einen körperlichen Zwangsreflex, 27 vom Hundert als eine seelische Reizhandlung, während die restlichen 42 vom Hundert einer psycho-physischen Mischung den Vorzug gaben. Genaueres ergab sich nicht.
Blieb am Ende noch die offene Frage nach der besten Antwort mit dem Freibezug der „Zweiten-Frühstücks-Röte“ als Preis dafür. Im Schoß der Redaktion ergab sich keine Einigkeit. Schlug einer einen vor: „Gewiß, soweit ganz nett,“ erklärten alle andern, „aber doch nicht or’j’nell genug.“ Also erweiterte man den Wettbewerb: auch Nichtbefragte durften ihre Meinung sagen.
Wieder gab es eine Unzahl Lösungen. Der Redaktionsschoß lag und hörte, nickte und bekannte: „Na ja, aber or’j’nell?“ „Nee, grad so oder doch so ähnlich haben wir’s schon irgendwo gelesen.“
Die Zeit verrann. Einer mußte schließlich doch bepreist sein. Man war verlegen. Man ließ, wie immer, wenn ein Krach in Aussicht stand und im Zusammenhang damit ein Blitzableiter nötig werden konnte, die Setzerjungen kommen.
„Na, Jungens, was empfindet ihr beim Überschreiten einer Randsteinfuge?“ Die Jungen schwiegen. „Nu, der von euch, der auf die Preisaufgabe kam, der wird doch was empfinden?“ — „Jawoll, Herr Doktor.“ — „Na?“ — „Nischt, Herr Doktor.“ — „Nanu?“ — „Weil ’n verninft’jer Mensch prinz’b’jell immer nur direktemang uff die Fuge stapft.“
Die Redaktion war baff. Die Redaktion erklärte einstimmig: „Blödsinnig, wahnsinnig, blödsinnig, — aber or’j’nell.“
Und so sprach man dem Umfragsetzerjungen auch den Umfragpreis zu. Leider hat er ihn abgelehnt: „Gott behiete mir,“ sagte er, „det langt zu, dat ick an dem Mist für det Wurstblatt mitsetze — nu’ soll ick’t ooch noch lesen? Is nich.“