„Kenn’ ich nicht.“
„Eben darum komm’ ich, von ihm erzählen soll ich, damit auch Ihr auf eine kleine Weil’ mich so gut aufnehmt, wie ich’s bei ihm gehabt.“
Da nahmen sie ihn auf. Freilich nur für eine kleine Weile. Aber lang genug, um, wenn der Krieg aufs neue angepoltert kam: „Wo ist der Flüchtling, daß ich ihm den Hals umdrehe?!“ mit wieder ausgeglich’nem Herzen lächelnd zu erwidern: „Bedaure, schon verzogen, wenn Sie ihn treffen, bitte ihn von mir zu grüßen.“
Er hat ihn nie erwischt, der Weltkrieg, solang’ er auch schon währt. Immer ist er anderswo, als wo er grad’ gemordet werden sollte. Und er hat schrecklich viel zu tun. Wenn mich nicht alles täuscht, demnächst mehr noch als der Weltkrieg. Und immer größer wird er, immer stärker, trotz des Weltkriegs. Wenn ich recht berichtet bin, demnächst größer gar und stärker, als der Weltkrieg selbst. Und es geht ein Tuscheln um im Land, daß die Jagd sich demnächst umdreht. Daß aus dem Verfolgten ein Verfolger wird. Dann aber mag es sein, weil der Spruch um soviel flinkre Füße als der Weltkrieg hat, daß dem der Hals herumgedreht wird vom „Worauf-freuen-wir-uns-jetzt?“
Noch ist es nicht so weit. Noch hat er ihm den Hals nicht umgedreht. Noch hilft er anderen beim Sterben. Vor kurzem seinem eignen alten Herrn, dem Max. Ich selber hab’ ihn sterben sehn. Er ging geschwind durchs Tal der letzten Schmerzen auf den Kamm, der vom Jenseits scheidet. Jetzt stand er droben und überdachte in den Kissen seine eingesunkenen Augen: „Und worauf freuen wir uns jetzt?“
In deinem Alter
Ich habe eine Statistik über Ermahnungen von Eltern an ihre Kinder angelegt. Es gibt Statistiken über dreiundzwanzigtausendachthundertfünfundsechzig Dinge, von der Gewichtsabnahme bei spiritistischen Sitzungen bis zum Senfverbrauch auf den Kopf der Bevölkerung. Warum also nicht auch einmal eine Ermahnungsstatistik zwischen Eltern und Kindern?
Zuerst dachte ich, solcher Ermahnungen gäbe es so viele wie Sand am Meer. Nämlich, wenn man vom Auftakt ausging. Ich notierte mir: