„Wenn Sie im Laufe der nächsten vierzehn Tage den geringsten Ärger empfinden,“ sagte Doktor Switschbidiwitsch ein wenig beleidigt, „zahle ich Ihnen vierzig Mark zurück — freilich, was die Nacht betrifft...“
Doktor Switschbidiwitsch hatte nicht gelogen. Noch am gleichen Tage liefen mir soviel Dinge über den Weg, über die ich mich sonst totsicher geärgert hätte. Jetzt wunderte ich mich bloß ein wenig. Wunderte mich, wenn ich dreimal hintereinander den Straßenbahnanschluß verpaßte. Wunderte mich, als ich auf drei unter vier angekommenen Briefen schweres Strafporto zu zahlen hatte. Wunderte mich stärker, als meine Frau bei drei hintereinander aufgetretenen Meinungsverschiedenheiten viermal recht bekam. Und wunderte mich schließlich am stärksten darüber, daß ich mich über alle diese Dinge lediglich zu wundern vermochte, und keine Spur zu ärgern.
Ich sah schon, die Sache war in Ordnung: ich würde niemals vierzig Mark von Doktor Switschbidiwitsch erhalten.
Dann kam die Nacht. Mit der Nacht der Traum. Und mit dem Traum der erste prophezeite Traumärger.
In der ersten Nacht träumte mir, ich ginge nach dem Frühstück in mein Arbeitszimmer. Da saß schon einer an meinem Schreibtisch. Ein wildfremder Mensch. Und schrieb und schrieb.
„Herr,“ tippte ich ihm ärgerlich auf die Schulter, „hier schreibe ich.“
„Wie Sie sehen, ist das eine falsche Behauptung“, sagte der Fremde, ruhig weiterschreibend, ohne aufzusehen.
„Herr,“ ärgerte ich mich, „dieses Arbeitszimmer habe ich gemietet.“
„Stimmt.“
„Und bezahlt!“