Klasse V.
Dinoflagellatae
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Die Dinoflagellatae oder Peridineen schließen sich an gewisse Flagellaten als weiter entwickelte Gruppe enge an, so daß sie auch zu diesen selbst gestellt werden könnten. Sie leben als einzellige, freischwimmende Organismen, teils im Süßwasser, überwiegend aber im Meere, wo sie zusammen mit Diatomeen einen wichtigen Bestandteil des Phytoplanktons abgeben. Ihre Zellen sind ausgezeichnet durch den Besitz von zwei langen Zilien, die in der Mitte der Bauchseite in einer Längsfurche entspringen; die eine Zilie ist nach hinten gestreckt, die andere dagegen legt sich wellig gebogen in eine den Körper umziehende Querfurche (Fig. 317 ). Der Protoplast besitzt einen Zellkern, Vakuolen verschiedener Art, zahlreiche gelbbraune Chromato phoren, die mehrere Farbstoffe enthalten. Als Assimilationsprodukt tritt Stärke oder Öl auf. Während bei den Gymnodiniaceen (Fig. 318 d ) die Zellen nackt sind, ist dagegen bei den Peridiniaceen eine Zellulosewand vorhanden, die sich aus polygonalen, meist zierlich gezeichneten, von Poren durchbrochenen Platten zusammensetzt; die Querfurche wird von einer gürtelförmigen Plattenreihe eingenommen (Fig. 317 ).
Fig. 317. Peridinium tabulatum. Nach SCHILLING. Fig. 318. Cystodinium Steinii. a Zyste, b Teilung in zwei Schwärmzellen, c Zyste in Quellung, d befreiter Schwärmer. Vergr. 480. Nach KLEBS. Bei vielen Planktonperidineen (Fig. 319 ) zeichnen sich die Platten durch besondere Flügelbildungen aus, oder die Zellen besitzen lange hornförmige Fortsätze, Einrichtungen, die das Schweben und Steuern im Wasser ermöglichen[314].
Unter den Dinoflagellaten gibt es auch farblos gewordene, somit saprophytisch lebende Formen, deren Chromatophoren noch als Leukoplasten nachweisbar sind. Bei einigen Formen ist sogar tierische Lebensweise nachgewiesen, so bei dem im Süßwasser lebenden Spirodinium hyalinum, dessen Protoplast zum Zwecke der Nahrungsaufnahme die Geißeln verliert und zu einer, kleine Algenzellen aufnehmenden und verdauenden Amöbe wird.
Fig. 319. Planktonperidineen. A Ceratocorys horrida var. africana, Ind. Ozean. Vergr. 250. B Ceratium tripos intermedium var. aequatoriale, Ind. Ozean. Vergr. 62. C Ceratium tripos gibberum und D Ceratium palmatum, Atl. Ozean. Vergr. 62. E Ceratium furca, Atl. Ozean. Vergr. 125. Nach G. KARSTEN.
Gewisse marine Peridineen (z. B. Ceratium tripos, Peridinium divergens ) besitzen Leuchtvermögen; sie haben einen Hauptanteil am Meeresleuchten[293].
Die Vermehrung geschieht durch Zweiteilung meist im beweglichen Zustande der Zellen. Bei gewissen Gattungen ( Peridinium, Cystodinium, [Fig. 318 ]) gehen die beweglichen Zellen kürzere oder längere Ruhezustände ein, bilden geißellose Zysten, in denen die Teilung erfolgt; die Tochterzellen treten dann aus der verquellenden Zyste als Schwärmzellen aus. Endlich kann auch das bewegliche Stadium ganz unterdrückt werden, und die beiden anfangs nackten Tochterzellen werden als behäutete geißellose und unbeweglich bleibende Zellen aus der Mutterhülle entlassen ( Hypnodinium ).
Einige Gattungen ( Ceratium ) bilden dickwandige Dauerzysten innerhalb des alten Membranpanzers.
Sexuelle Fortpflanzung ist bei Dinoflagellaten nicht mit Sicherheit nachgewiesen[315].
Fossile Dinoflagellaten sind zuerst aus der Kreideformation bekannt geworden.