Damit öffnete sie leise die Tür und ging hinaus, Borgert aber riß die Fenster auf und ließ die frische Herbstluft hereinströmen, der Geruch der armen Leute war ihm unausstehlich. Die rochen immer nach Schweiß und Moder! Er nahm aus dem geschnitzten Wandschrank eine Parfümflasche und spritzte den Inhalt auf die persischen Teppiche und die Polster der Sessel. Dann klingelte er dem Burschen.
Der Gerufene trat sogleich herein. Es war der Gemeine Röse, welchen der Rittmeister in der Front nicht mehr haben wollte, da er unzuverlässig sei und mit seiner mangelhaften Pflichtauffassung der Disziplin in der Schwadron schade.
»Was habe ich dir befohlen, du Schwein?« brüllte der Oberleutnant ihn an.
»Ich soll niemand unangemeldet hereinlassen,« erwiderte Röse schüchtern, »aber die Frau ging an mir vorbei und ich konnte sie nicht hindern.«
»Dann schmeiß das Aas hinaus, du schlappes Vieh, läßt du noch einmal jemand herein, ohne mich vorher zu fragen, dann haue ich dich hinter die Löffel, du Schwein!«
Dabei schlug er Röse mit beiden Händen ins Gesicht, öffnete die Tür und stieß ihn hinaus.
»Wenn das Weib heute Abend wiederkommt, dann sagst du, ich wäre ausgegangen!« rief er ihm nach.
Borgert hatte sich gerade mit einer Zeitung am Fenster niedergelassen, als die Flurglocke wieder ertönte. Es war ein kurzes, energisches Klingeln. Der Bursche trat ein und meldete mit verweintem Gesicht:
»Ein Herr möchte Herrn Oberleutnant dringend sprechen!«