So überzeugend hatten seine Worte geklungen, daß mancher, der noch nicht fest entschlossen war, welcher Partei er seine Gesinnung zuwenden solle, bedingungslos sich dem Manne anschloß, in dessen Bann ihn der heutige Abend hineingezogen.
Und so galt Schmitz mit einem Schlage als einer der tüchtigsten Anhänger der roten Partei, deren Macht in der großen Fabrikstadt immer weitere Kreise zog.
[Siebentes Kapitel.]
Vor dem Stabsgebäude des Regiments lehnte am eisernen Gitter Wachtmeister Krohn, der Regimentsschreiber.
Behaglich rauchte er seine Morgenzigarre und las die »Deutsche Zeitung«, welche der Briefträger soeben für den Oberst abgegeben. Mit der Arbeit eilte es nicht sonderlich, denn der Oberst war zum Exerzieren hinausgeritten, und an solchen Tagen pflegte auch der Adjutant den versäumten Nachtschlaf etwas gründlicher nachzuholen.
Krohn hatte sich gerade in den Inseratenteil der Zeitung vertieft, als Wachtmeister Schönemann mit schleppendem Säbel, eine Zigarette zwischen den Lippen, zu ihm herantrat. —
»Morjen, Herr Kommandeur!« redete er Krohn scherzend an, »was gibt's Neues? Ist die Blechschmiede noch nicht im Gang?«
»Nee,« antwortete der Gefragte gleichfalls scherzend, »die Schmiede sind noch unterwegs, es ist auch noch kein Blech von der Post gekommen. Übrigens, weißt du das Neueste? Ich hätt's fast vergessen!«