»Na wie meinst du's denn, ich verstehe dich nicht!«

Roth blinzelte nach seiner Frau hinüber und dann zu Schmitz, der mit neugierigen Augen dasaß. Seine Frau sollte also wohl nichts hören. Als sie aber gleich darauf aufstand, um eine neue Flasche Wein zu holen, begann Roth leise:

»Ich kann's dir ja sagen, aber.......« — dabei legte er bedeutsam den rechten Zeigefinger auf den Mund —, »Maul halten!«

»Selbstredend, ich bin der Letzte, der dich verklatscht!«

»Also, ich habe doch jetzt schon die zweite Reserve. Voriges Mal waren eine ganze Portion alte Einjährige dabei, reiche Bauernjungens. Du erinnerst dich doch an den dicken Kramer, das vollgefressene Schwein, dann den Roßbach, der zwölf Pferde zu Hause im Stall hat, und den Scheller, den Unterrocksjäger, und diese Gesellschaft? Die Kerls wissen nicht, wohin mit allem Geld, und da werde ich doch den Deubel tun, denen auch noch Löhnung, Bekleidungsgeld u. s. w. geben, auf die paar lumpigen Groschen kommt's denen doch nicht an. Der Scheller hat mir auch so nebenbei einen kleinen Verdienst zukommen lassen. Wie ich am letzten Abend vor der Entlassung nachsehe, ob alles in der Klappe liegt, da hat der Kerl eine Sau mitgenommen, und wie ich eben loslegen will, da sagt er mir ins Ohr: »Nischt sagen, Herr Wachtmeister!« Na, ich hab's Maul gehalten, und am nächsten Mittag stak ein blauer Lappen im Mantel.«

»Donnerwetter, Kerl, hast du Dusel! Wenn die Brüder nun aber später etwas verraten, wenn sie nicht befördert werden?«

»Sagt keines was, sie sind froh, wenn sie mit dem Kommiß nichts mehr zu schaffen haben.«

»Na, ich hätte Angst, es gäbe mal Spektakel!«

»Denkt nicht dran. Jetzt sind wieder da so ein paar fette Jungens, der reiche Metzgerjunge da aus Braunschweig und diese Brüder, klotzig reiche Kerls, sage ich dir. Soll ich denen die paar Mark auszahlen, damit sie's nachher versaufen? Nee, das besorge ich lieber selber. Na prost!«.