Die Gläser erklangen hell und im Augenblick waren sie wieder leer.

»Schmeckt dir das Zeug? Kostet drei Mark die Pulle!«

»Verflucht teuer, wo hast du das her?«

»Stammt noch vom vorigen Jahr, weißt du. Du kennst doch noch den Einjährigen Römer? Wie der nicht Unteroffizier werden sollte, habe ich mich ein bischen ins Zeug gelegt beim Chef, und da kriegte er die Tressen. Dafür hat er so eine Kiste Wein geschickt. Anständig, was?«

»Das glaub ich wohl!«

»Siehst du, alter Freund, man muß immer praktisch sein. Bis voriges Jahr hatte ich doch die Menage, nicht? Der Metzger kam nun alle Augenblicke und sagte, es wären etwas zu viel Knochen, es hätte sonst nicht genug Gewicht. Ein paar mal war auch das Fleisch saumäßig schlecht, zu leicht oder zu sehnig. Als ich nun mal Dampf machte und mit Meldung drohte, sagte er: Nischt verraten, Sergeant, ich tu's nicht vergessen! Seit der Zeit lasse ich auch mein Fleisch da holen und er wiegt anständig, daß muß ich schon sagen. Vorgestern war es aber nichts wert, mein Fleisch, und da habe ich ihm, als er vorm Laden stand, gesagt: »Jungeken, Du weeßt doch noch?« Und gestern kam der tadellose Schweinebraten gratis und franko, den meine Alte heute gemacht hat. Ja, das summt sich, alter Freund, hier ein Rebbes und dort ein Profitchen.«

Schmunzelnd klopfte der Vizewachtmeister auf seine Hosentasche, in der ein gefüllter Geldbeutel klapperte, dann stürzte er ein Glas Wein hinunter.

»Trink doch, Kerl, Schmitz, du bist wohl schon voll?«

»Von wegen Vollsein, so schnell geht's nun doch nicht! Prost!«