In diesem Ton ging die Unterhaltung fort, und als die dritte Flasche leer war, hörte man beiden an, daß sie nicht mehr viel vertragen konnten. Die Augen stierten gläsern und die Köpfe waren hochrot von dem ungewohnten Weingenuß. Dabei tönte ihre Rede laut und polternd, besonders Roth brachte kaum noch einen richtigen Satz zusammen.
Plötzlich sah er nach der Uhr. Schon sechs! Also Zeit zum Abendstalldienst!
»Komm, Schmitz, wir müssen in den Stall, das Viehzeug hat Hunger!«
Sie erhoben sich wankend, Roth schnallte den Säbel um und beide polterten die Steintreppe der Kaserne hinab. Roth ließ dabei seinen Säbel schleppen, und es gab einen Mordsspektakel, wie die schwere Plempe von Stufe zu Stufe klappernd niederfiel.
Mancher steckte neugierig den Kopf zur Tür hinaus und als er die beiden angeheiterten Vorgesetzten gewahrte, dachte er: »die haben genug! Wenn einer von uns so besoffen in der Kaserne herumtorkelte, ginge es ihm gleich an den Kragen.«
Am Ausgange des Gebäudes trat der Gefreite Dietrich der vierten Schwadron an Roth heran:
»Ich möchte Herrn Wachtmeister bitten, für Stube X ein paar Kohlen herauszugeben, mein Beritt war zum Fouragieren und wir sind alle ganz naß geworden. Es ist kalt oben und die Sachen werden sonst bis morgen nicht trocken!«
»Was! Kohlen? Geht zum Quartiermeister, ich habe für Euch Lümmels keine Kohlen!« lallte Roth.
»Der Quartiermeister ist in die Stadt und da haben Herr Wachtmeister doch den Schlüssel zum Keller!«