»Auch? Was denn noch? Ich habe so ein schlechtes Gedächtnis.«

»Ich will es Ihnen ins Ohr sagen, rücken Sie etwas näher!«

Frau Leimann rückte dicht neben Borgert und sagte, unbefangen scherzend:

»Das scheint ja eine große Heimlichkeit zu sein!« Sie beugte ihren Kopf zu Borgert hin, welcher in diesem Augenblick mit beiden Armen die schöne Frau umschlang, während seine Lippen die ihren suchten. Da schlang auch sie die Arme um den Mann, und lange hielten sie sich so umschlungen, während ein heißer, glühender Kuß all die verhaltenen Gefühle der Liebe auszuströmen schien, die lange beider Herzen erfüllt.

Die Lampe war schon im Erlöschen begriffen, als ein unsicherer, schwerer Schritt auf der Treppe vernehmbar ward.

»Er kommt!« stieß Frau Leimann erschrocken aus, »Du mußt dich eilen, daß er dich nicht hört!«

Eine letzte Umarmung, und Borgert huschte durch das Speisezimmer dem anderen Ende des Korridors zu, um über die Hintertreppe nach seiner im Erdgeschoß gelegenen Wohnung zu gelangen. An der Tür aber zog er behend die Schuhe aus und tappte leise die dunkle Treppe hinab.

Frau Leimann aber blies die Lampe aus, stellte Borgerts Kaffeetasse unter das Sopha und legte sich wie schlafend in die weichen Kissen zurück.