Inzwischen hatte Leimann geräuschvoll die Korridortür geöffnet und trat jetzt in das Zimmer, wo die Gattin seiner harrte.

Einen Augenblick blieb er am Eingang stehen. Roch es hier nicht nach Zigarettenrauch? Dann tastete er mit den Händen nach dem Tisch, ergriff die Streichholzschachtel und zündete eine Kerze an. Da erblickte er seine Gattin auf dem Sofa.

Der Anblick rührte ihn. Hatte die treue Seele auf ihn gewartet, um ihm noch eine Tasse Kaffee anzubieten? Gewiß war sie vor Müdigkeit entschlummert und hörte ihn nicht, als er nach Hause kam. So trat er denn behutsam an das Sofaende und küßte seine Frau auf die Stirn.

Mit einem leichten Schrei fuhr sie empor.

»Ach du bist es, Georg, wo bleibst du so lange?«

»Sei mir nicht böse, mein Engel, daß ich dich warten ließ, aber ich ahnte ja nicht, daß du meinetwegen aufbleiben würdest. Warum hast du dich nicht gelegt?«

Aus den Worten klang ein liebevoller Ton, sie schienen wie eine Entschuldigung, eine Bitte um Verzeihung; Frau Leimann aber wischte sich den Schlaf aus den Augen und erhob sich müde.

»Ich mußte doch auf dich warten, Georg, du warst wieder in einem schrecklichen Zustand. Als ich dich so sitzen sah, wurde mir so elend, daß ich es nicht mehr aushalten konnte, und ging nach Hause!«

»Allein, so spät, in der Nacht? Warum hast du dich nicht von einer Ordonnanz begleiten lassen?«