»Ich? Du weißt, daß ich von meinen paar Mark Gehalt für den Haushalt nichts hergeben kann. Hat deine Mutter denn diesen Monat noch nichts geschickt?«

»Nein, sie hat diesmal selbst nichts übrig!«

»Natürlich, das alte Lied!«

»Soll das vielleicht wieder ein Vorwurf sein? Du hast es ja gewußt, daß ich nicht reich bin, also tue mir den Gefallen, mich endlich mit deinen Anspielungen und Klagen zu verschonen, ich finde das allmählich langweilig und geschmacklos!«

»Ja, das willst du nicht hören! Du hättest früher einsehen müssen, daß eine solche Wirtschaft ohne Geld ein Unding ist! Jetzt haben wir jeden Tag die Schweinerei, heute kommt der Metzger, morgen der Bäcker, übermorgen die Waschfrau, alle wollen sie Geld. Ich kann es mir nicht aus den Rippen schneiden.«

»Warst du es nicht selbst, der mich nicht los ließ? Hast du nicht alle diese Bedenken ausgeschlagen und immer wieder auf eine Heirat bestanden?«

»Gewiß, aber du und deine Mutter mußtet so vernünftig sein, den Unsinn einzusehen, wenn ich es nicht tat. Deine Mutter wußte, was ein Haushalt kostet, ich aber nicht. Jetzt ist es zu spät.«

»Das sehe ich selbst ein, das brauchst du mir nicht unter die Nase zu reiben. Aber meine Schuld ist es nicht, denn wäre alles so geworden, wie es meine Mutter wollte, brauchtest du dich heute nicht über eine arme Frau zu ärgern. Du warst nicht der einzige, den ich hätte heiraten können.«

»Das hättest du damals gleich sagen können,« entgegnete ihr Gatte höhnisch, »es tut mir aufrichtig leid, wenn ich störend in deine Zukunft eingegriffen habe.«

»Du bist gemeiner, Georg, als ich dachte.«