Sie war eine schöne junge Frau von fünfundzwanzig Jahren und geschmackvoll gekleidet. Gegenüber von Oberleutnant Borgert nahm sie ihren Platz ein.

Das Gespräch erhielt jetzt eine allgemeinere Wendung, man redete von diesem und jenem und ließ sich auch die vorzüglichen Speisen schmecken, denn es gab »Labskaus«, das Spezialgericht aus Frau Clara's Küche. Der Adjutant hatte den Mund noch nicht geöffnet, außer um riesige Bissen hineinzuschieben. Ab und zu gab er durch einen unverständlichen Laut seinen Beifall zu erkennen. Er aß noch immer, als schließlich die Hausfrau die Tafel aufhob. Man wünschte sich gegenseitig »gesegnete Mahlzeit« und suchte die Nebenräume auf, wo den Damen Kaffee, den Herren Likör, Bier und Cigarren gereicht wurden.

Bald hatten sich wieder plaudernde Gruppen gebildet, während der Oberst den Ort für geeignet hielt, mit seinem Adjutanten eine dienstliche Angelegenheit zu erledigen. Dann begab er sich in's Nebenzimmer und begann ein lebhaftes Gespräch mit Frau Stark, aus welchem, da es halblaut geführt wurde, nur abgebrochene Sätze von Oberleutnant Borgert aufgefangen werden konnten.

»Sie müssen es erreichen,« hörte er die Dame flüstern.

»Hoffentlich geht zur Besichtigung alles gut,« gab der Oberst zur Antwort, »die Vorgesetzten sind seit dem letzten Mal auf Ihren Gatten aufmerksam geworden, im Stall fing es an, wo die Streu nicht den Wünschen der Herren entsprach.«

»Ich gehe jeden Morgen durch den Stall und pfeife die Unteroffiziere an. Aber freilich, wenn dann mein Mann zur Besichtigung wieder den Kopf verliert, kann ich nicht helfen. Das letzte Mal habe ich ja alles durch den Feldstecher mit angesehen, und es ging ganz gut bis zuletzt, wo das Abschwenken in Züge nicht klappte. Auch war sein Kommando falsch.«

»Nun, hoffen wir das Beste! Wenn man Major werden will, heißt es eben doppelt aufpassen, und stimmt etwas nicht, werden die Vorgesetzten gleich stutzig.«

»Es ist ganz gleich, Herr Oberst, mein Mann muß Major werden! Wenn Sie uns fallen lassen, dann......«

»Seien Sie ohne Sorge, gnädigste Frau! ich habe ihm eine glänzende Konduite geschrieben, wenn ich es auch nicht verantworten kann, Sie sehen also, ich tue mein Möglichstes.«