»Soll ja auch kommen!« lacht der Gefragte leise vor sich hin. »Oben im Portal der Kirche! Jetzt, Jungen, wollen wir mal zur Pfaueninsel hinüber. Da ihr aber gesehen habt, was alles vorkommen kann, so bitte ich mir jetzt die größte Ruhe und Ordnung aus!«
Natürlich; jetzt geht alles glatt von statten. Man bummelt so über die Pfaueninsel weg, und alles Historische aus dem Leben des alten Kaisers erzählt da Doktor Fuchs.
Manch schöner Punkt geht vor den Augen der Jungen vorüber; im großen und ganzen indessen scheint ihnen doch die Pfaueninsel zu ausgedehnt. Wer hätte denn auch gedacht, daß sich dieses scheinbar ganz kleine Fleckchen Erde so weit in die hier freilich gewaltig breite Havel hinziehen würde! Schließlich wird die ganze Sache sogar etwas langstilig, und nur die russische Rutschbahn der Kaisertochter belebt auf einen Augenblick wieder das Interesse.
Als man am Landungssteg steht, packt Doktor Fuchs seine Jungen wieder dicht zusammen.
»Also, Jungs,« predigt er eindringlich, »erstens bitte ich mir wieder Vorsicht aus. Zweitens aber ändre ich meinen Plan etwas. Ich wollte eigentlich mit euch oben auf Nikolskoi Kaffee trinken. Da wir aber dem Herrn Ehrecke durch Köckeritzens Kopfschuß so viel Schererei machen mußten, möchte ich dem Mann auch entgegenkommen. Wir werden also auch drüben unsern Kaffee trinken, aber wohlverstanden nicht gleich, sondern nachdem wir noch die kleine Tour nach Nikolskoi hinauf gemacht haben!« – – –
Nach zwei Minuten ist man drüben, und Doktor Fuchs springt schnell einmal ins Haus hinein, um nach den beiden Patienten zu sehen. Die sind unter der Obhut der wackern Hausfrau gut aufgehoben; sie sind dabei fröhlich und guter Dinge. Ihren Kaffee haben sie sich sogar schon schmecken lassen.
So geht Doktor Fuchs schleunigst wieder hinunter, daß seine Jungen nicht unnütz warten müssen und etwa Allotria treiben. Als er eben um die Ecke biegt, ruft der Herr Ehrecke hinter ihm her: »Herr Doktor, Herr Doktor! Ich habe noch eine Hose; die ist ein bißchen enger.«
»Nein, nein, lassen Sie nur jetzt! Meine Jungen haben sich so sehr über mein Kostüm gefreut, daß ich ihnen auch eine Photographie davon gönne!«
So zieht man denn hinter dem Haus vorüber schräg links hinauf, den Erdbuckel hinan, durch gemischten Wald hin. Es ist ein wundersam lauschiger Weg. Plötzlich hebt sich die Peter-Pauls Kirche von Nikolskoi, wo die Gebeine Prinz Friedrich Karls ruhen, schlank empor.
Das ist nun etwas ganz andres und dabei so Eigenartiges und Neues dazu. Einige der Jungen stürmen die Treppe hinauf und sehen sich oben zu ihrer Überraschung auf einem kleinen Steinplateau. Während sie aber zur halbkreisförmig gehaltenen Brustwehr vorspringen, sehen sie unten andre Kameraden um diese bastionsartige Brustwehr herumlaufen. Großes Hallo darob! Sogleich stürmen diese andern auf der entgegengesetzten Treppe herauf, während die oben Stehenden natürlich hinunterwollen.