an de Lunge

an de Leber!«

[5] Käfer.

In der Ferne verschwanden die Jungen und mit ihnen die lustigen Töne. Vorn am Steuerhaus jedoch war inzwischen Bewegung in die starren Massen gekommen.

»Die Parade ist aus!« hieß es, und schnell bog der Dicke mit Zeidler hinter den Menschenmassen hinweg nach rechts hin in die Belle-Alliance Straße wieder hinunter.

Ein fliegender Händler hielt da den Jungen ein Bündel Fähnchen entgegen und pries dabei seine Ware laut an: »Hier hochfeine Fähnchen, meine Herrschaften! Allen Ansprichen jeniegend! Der Stock schwarz Ebendholz mit Silberkandierung! Allens hochfein und echt! Na, na, Sie da! Polken missen Se nich da dran! Echtet Ebendholz kann so wat nich jut verdragen!«

Der Dicke wäre in der Eile bald an den Mann angerannt. Nur mit einer kühnen Schwenkung kam er um ihn herum, so daß er beinahe gegen den Briefkasten fuhr, der da am Gitter eines der Vorgärten angebracht war.

»Na, na, Dickerchen! Spring man nich gleich in den Briefkasten rin!« Diese Mahnung mußte der dicke Puntz schnell noch mit auf den Weg nehmen.

Es gab aber jetzt kein Halten mehr. Eben hörte man schon hinter der schwarzen Wand der Menschen, die in tiefen Reihen am Rande des Bürgersteiges standen, den Gleichschritt von Soldaten, und Zeidler, der einmal auf der Stelle hochgesprungen war, um genauer zu sehen, rief plötzlich: »Die Maikeber![6] Die Maikeber! Dicker! Schnell, schnell!«

[6] Die Maikeber, Maikäfer = Garde-Füsilier-Regiment in Berlin. Das Regiment, in zwei Garde-Reserve-Bataillone zerlegt, stand früher in Potsdam und in Spandau; man sagt, daß es in Berlin seinen Spitznamen daher hat, daß die beiden Bataillone alljährlich gerade zur Maikäferzeit zur Parade nach der Hauptstadt kamen. – Am Offizierkasino des Regiments in der Chausseestraße ist auf der Ecke gegen die Kesselstraße hin unter dem Dach ein großer Maikäfer plastisch dargestellt, als scherzhafte Konzession an den Berliner Volkswitz.