Atemlos kamen die Jungen bis zur Bergmann-Straße hinunter. Da fanden sie einen kleinen Durchlaß durch die Menschenmauer und konnten beinahe bis zum Straßendamm vortreten. Ganz erschöpft umklammerte da der Dicke einen der Bäume am Rande des Bürgersteigs, um von der hin- und herdrängenden Umgebung nicht wieder von seiner mühsam eroberten Stelle fortgerissen zu werden.
Noch waren die »Maikeber« nicht da. Ein anständig gekleideter Mann mit einigen Bekannten stand neben Zeidler, um das Truppenschauspiel gleichfalls zu sehen. Arbeiter drängten sich dazwischen.
»Mir ist doch immer so!« meinte der eine der Herren. Er hatte die eine Hand ans Ohr gelegt und hob sein Gesicht nach der Richtung des Tempelhofer Feldes hin hoch. »Aber die Straße fällt hier so ab! Und die Bäume! Schlechte Akustik hier!«
Ein Arbeiter sah dem Sprecher treuherzig in die Augen: »Ick hab’ ’n Schnuppen! Ick rieche nischt!«
Ein allgemeines Gelächter brach in dem kleinen Kreise los. Der Dicke mußte sich fester an den Baum klammern.
Auf einmal sagte ein anderer neben ihm: »Na, du, August, mit de Jewitterbacken! Willst woll uff’n Boom klettern? Dazu mußte barfte[7] Beene haben!«
[7] barfüßig.
Der Dicke wehrte sich ein wenig: »Nee, will jar nich!«
»Aber sehn willstet doch! Weest de, wie de det machst? Da feifst de dir ’ne Tonleiter und kletterst dran ruff.«
»Dhu et lieber nich, Junge!« mahnte ein anderer väterlich. »Da oben ieberfährt dir der Luftballon!«