Natürlich hatte der Witzbold die Lacher auf seiner Seite; aber er mußte sich dafür gefallen lassen, daß andere ihm zuriefen: »Na, du! Wat du schlau bist! Det mißte bei dir selber ooch janz jut aussehn!«

»Rum, brrr, rumbumbum!«

Die »Maikeber« waren da. Der rasselnde Trommelwirbel verschlang alles. Die Augen hefteten sich wohlgefällig auf die schmucken Soldaten, die mit einem strahlenden Antlitz wie Sieger einherzogen. Rotte um Rotte, Kompanie nach Kompanie, Bataillon und Bataillon.

»Ja, ja! Als ick noch Soldat war!« sagte hinter dem Dicken in tiefer Bewegung eine Stimme.

Sie blieb vereinzelt. Kein Mensch hörte jetzt darauf; hier stand das Volk in Waffen, das sich an der Disziplin der Truppen wieder zu der alten, liebgewordenen Disziplin selber emporrichtete. Die Achtung vor des Königs Rock, dem Ehrenkleid, das alle schon getragen hatten oder noch tragen sollten, diese Achtung zwang allen ein ehrfürchtiges Schweigen auf. Eine heilige Scheu kam über alle die Tausende, die die schmucken und doch kraftstrotzenden Kriegerscharen an sich vorbeiziehen sahen, die Blüte des Vaterlandes.

Auch in dem Herzen des Dicken stieg ein stolzes, frohlockendes Gefühl auf. Der Gleichschritt der Bataillone, das rollende Rasseln der Trommeln, sie stimmten ihn feierlich, und – er wußte selber nicht, wie es kam – das letzte Gedicht, das er in der Klasse gelernt und sogar ungern gelernt hatte, das summte ihm plötzlich mit einem ganz ehrfürchtigen Erschauern durch den Kopf:

»Die Fahnen wehn! Auf ins Gewehr!

Den Säbel in die Faust!

Das deutsche Volk – ein großes Heer,

das, von den Alpen bis zum Meer,